Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
Wem geschlossene Fonds, Beteiligungen oder Direktinvestments zu riskant sind, kann aber auch auf offene Investmentfonds, Aktien oder Zertifikate ausweichen. Die Schweizer Privatbank Pictet bietet seit vergangenem Jahr zum Beispiel einen Aktienfonds an, der weltweit in Unternehmen der Forstwirtschaft investiert. Schwerpunkt beim F(Lux)-Timber sind Firmen, die Wälder und Forstanlagen besitzen oder verwalten. Die Catella Real Estate hat sogar einen offenen Immobilienfonds aufgelegt, der in Waldflächen mit unterschiedlichen Baumarten investiert. Während der Fonds selbst aber nur institutionellen Anlegern ab 500.000 Euro Anlagesumme offensteht, können sich Kleinanleger über das von Alceda Star in Luxemburg aufgelegte Zertifikat an der Weltentwicklung beteiligen.
Vergleichsweise kostengünstig ist die Anlage in börsennotierten Indexfonds (ETF), die einen Waldaktienindex nachbilden. Einen solchen ETF auf den Stand&Poors Global Timber Forestry Index, der die 25 größten börsennotierten Unternehmen der Holz- und Forstwirtschaft repräsentiert, hat I-Shares im Angebot. Daneben gibt es zahlreiche Zertifikate, die auf verschiedene Holzaktienfonds oder -indizes setzen.
Wirklich nachhaltige Aktien sind in solchen Indizes jedoch selten zu finden. Denn nachhaltige Unternehmensperlen auf dem Holzsektor sind rar. Eine Ausnahme ist der Hamburger Bambusproduzent Asian Bamboo, der weltweit zu den führenden Bambusspezialisten mit nachhaltiger Forstwirtschafts- und Anlagepolitik. Daneben gibt es die österreichische THI sowie die Schweizer Precious Woods AG, die sogar zu den 20 nachhaltigsten Aktien der Welt zählt.
Schwierige Öko-Siegel
Waldinvestments sind nicht per se ökologisch. Es kommt vielmehr auf die Art der Bewirtschaftung an. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft ist zum Beispiel Kahlschlag ausgeschlossen, das Holz wird umweltgerecht gewonnen, naturnahe Wälder erhalten und auf den Einsatz von chemischen Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln weitgehend verzichtet. Um auch gegenüber Investoren sowie den Holzabnehmern zu dokumentieren, dass sie nachhaltige Forstwirtschaft betreiben, können sich Waldbesitzer und forstwirtschaftliche Betriebe zertifizieren lassen. Derzeit gibt es zwei Gütesiegel, das PEFC (Pan-European-Forest-Certifikation und das FSC-(Forest Stewardship Council)-Zertifikat. Das PEFC-Siegel geht auf die Beschlüsse der Umweltkonferenz von Rio 1992 zurück. Es steht aber im Ruf, laschere Kriterien anzuwenden und eher der industriellen Forstwirtschaft nahezustehen. Das FSC-Siegel wurde ebenfalls nach Rio ins Leben gerufen und setzt sich für ökologische und soziale Mindeststandards bei der Waldbewirtschaftung sowie den Erhalt von Naturwäldern ein. Die Kriterien gelten als strenger.