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Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
TestWaldinvestments
Auf dem Holzweg
Waldinvestments


Obendrein drohen rechtliche Risiken. Viele interessante Waldgebiete liegen in Ländern mit wackeligem Rechtsstaat. Was also geschieht mit dem Vermögen der Waldbesitzer, wenn ein Staat nachmacht, was südamerikanische Länder mit der faktischen Enteignung von Erdöl- und Gasförderern bereits vorgemacht haben? Im Zweifel ist selbst eine Grundbucheintragung in Südamerika das Papier nicht mehr wert, auf dem sie geschrieben steht, wenn der Präsident unter patriotischen Vorgaben den Wald per Dekret den ausländischen Investoren entreißt.

Auch die Natur birgt Gefahren. Schädlingsbefall, Brand oder Sturm sowie Überschwemmungen können die Bäume vernichten. Schlampiges Forstmanagement hebelt die schönste Renditerechnung ebenfalls aus. Zudem sind die Kostenstrukturen schwer zu durchschauen - sofern sie überhaupt aufgedeckt werden. Die Renditeprognosen sind meist vage und selten nachprüfbar. Und nicht zuletzt droht zumindest bei ausländischen Anlagen ein Währungsrisiko. Die Holzpreise werden in US-Dollar kalkuliert. Fällt der Greenback, sind also auch die Wälder weniger wert - in Euro umgerechnet. "Für Anleger ist die Vielfalt der Vertragsmodelle und Risiken kaum zu durchschauen, geschweige denn zu vergleichen", warnt daher Nauhauser.

Zudem tummeln sich auch schwarze Schafe im Geschäft. Ein warnendes Beispiel ist der Fall der Züricher Firma Prime Forestry. Für Anleger klang deren Angebot nach einer richtig guten Sache: Teakholz in Panama, auf ökologisch bewirtschafteten Plantagen mit fair bezahlten Arbeitern - wer hier investierte, durfte sich als Retter des Regenwaldes fühlen. Obendrein winkte eine zweistellige Rendite. Den Investoren, genannt Baumpartner, die beispielsweise 28.000 Euro für einen Hektar Land mit 1.100 Bäumen einzahlten, wurde eine Verzinsung von 14 Prozent versprochen. Zum Beweis der Redlichkeit sorgte der damalige Vorstandsvorsitzende Emil Meier für einen seriösen Auftritt und band honorige Leute in das Projekt ein, wie die ehemalige schweizerische Geschäftsführerin des World Wildlife Fund (WWF), Carol Franklin. Die Wälder wurden werbewirksam FSC-zertifiziert. Und wer genauer wissen wollte, was mit seiner Einlage geschieht, dem wurde eine Plantagentour für 1.270 Dollar exklusive Flug offeriert. Und vor Ort bekamen die Investoren auch tatsächlich Bäume zu sehen.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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