Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
Außerdem muss der Besitz groß genug sein, um sich rentabel bewirtschaften zu lassen. In Deutschland war der Waldbesitz daher lange Zeit den Reichen und dem Adel vorbehalten, wie der Fürstenfamilie von Thurn und Taxis. Mittlerweile soll Waldbesitz aber auch für Durchschnittsbürger erschwinglich sein. Möglich machen das sogenannte Direktinvestments, die deutsche Anbieter wie Miller Forest, Forest Finance, Rainforest-Invest, die schweizerische Life Forestry oder die spanische EcoBosQues anbieten.
Das Modell ist meist ähnlich: Anleger pachten oder kaufen eine vergleichsweise kleine, aufzuforstende Fläche in Costa Rica, Ecuador, Paraguay oder Panama und schließen gleichzeitig einen Dienstleistungsvertrag für die Aufforstung des Waldgrundstücks ab. Der Preis für das Komplettpaket, der je nach Anbieter und Grundstücksgröße zwischen 1.500 (1/10 Hektar) und 30.000 Euro (ein Hektar) kosten kann, wird im Voraus fällig. Wenn alles gut geht, gibt es am Ende der Laufzeit von 15 bis 25 Jahren das eingezahlte Kapital plus eine ordentliche Rendite zurück. Je nach Produkt und Anbieter werden Renditen von umgerechnet 3,3 bis 14,9 Prozent pro Jahr versprochen.
Läuft es schief, kann der Kapitaleinsatz aber auch komplett verloren gehen. Denn das Geld fern der Heimat über Jahre und Jahrzehnte in verhältnismäßig kleine und meist wenig transparente Projekte zu stecken, birgt ein hohes Risiko. Zudem handelt es sich auch bei Direktinvestments um Angebote des sogenannten Grauen Kapitalmarkts, die keinerlei staatlicher Aufsicht unterliegen. Das bedeutet: Anleger müssen selbst abschätzen, ob die Anbieter seriös, die Angebote fair und die Vertragsbedingungen transparent sind.