Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
Denn mit Ausnahme liquider börsennotierter Investments, wie Aktien, offenen Fonds und Zertifikaten, sind Forstinvestments keine kurzfristige Anlage. Die ersten Erträge sind je nach Baumart nach acht bis elf Jahren zu erwarten, im Schnitt beträgt die Laufzeit bis zur Ernte sogar 20 bis 25 Jahre. Anleger brauchen also einen langen Atem. Waldanlagen sind vor allem selten Investments, die laufende Erträge bringen. Meist wird lediglich auf eine hohe Endausschüttung spekuliert. Die fließt erst bei Laufzeitende und wird aus dem Verkauf des Waldes und/oder des Waldgrundstücks finanziert.
Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät bei den Produkten daher zu großer Skepsis: "Die Unwägbarkeiten sind immens." Auch eine grüne Rendite ist längst nicht immer garantiert. Zwar sichern alle Anbieter eine "nachhaltige Forstwirtschaft" zu und die meisten wollen ihre Forste auch zertifizieren lassen. Der Grund ist simpel: Ohne Öko-Label lässt sich Holz heute kaum noch vermarkten. Wie genau es der Anbieter mit der Ökologie nimmt, verrät daher eher ein Blick auf das gewählte Zertifizierungsverfahren. Manche wählen das PEFC-Verfahren, andere das als strenger geltende Siegel des FSC.
Anbieter wie Jamestown oder die KG Allgemeine Leasing GmbH & Co (KGAL) konzentrieren sich zum Beispiel auf Waldflächen im Südosten der USA. Das kommt nicht von ungefähr: Die USA sind der größte Produzent und Verbraucher von Holzprodukten. Mit 300 Millionen Hektar zählen die USA zu den waldreichsten Staaten der Welt. Zugleich sind sie einer der größten Nutzer von Holz als Baumaterial: 95 Prozent aller amerikanischen Eigenheime werden aus Holz gebaut.