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ÖKO-TEST September 2010
TestSeifen
Das hat sich gewaschen
Seifen



So ein Stück Seife ist billig, praktisch und umweltfreundlich. Es reicht lange, es wird kein Wasser durch die Gegend gekarrt wie bei Duschgelen, der Verpackungsmüll hält sich in Grenzen und Seife ist gut biologisch abbaubar. Allerdings: In puncto Hautfreundlichkeit hat Seife heutzutage nicht mehr den besten Ruf.

"Seife greift die Haut an" oder "Seife schadet der Haut" - solche Sätze sind häufig zu hören und waren auch schon im ÖKO-TEST-Magazin zu lesen. Das Lehrbuch "Körperpflegekunde" für Pharmazeutisch-technische-Assistenten/tinnen fasst gar zusammen: "Gegen eine völlige Verbannung der Seifen aus den Badezimmern ist aus dermatologischer Sicht nichts einzuwenden." Syndets hingegen, so das Lehrbuch, seien in ihrer Anwendung zwar den Seifen vergleichbar, besäßen aber nicht deren negativen Eigenschaften.

Syndet steht für "synthetische Detergenzien", also Reinigungsmittel. Meist stecken in einem Syndet eine ganze Reihe verschiedener Tenside. Unter Tensiden versteht man Stoffe, die die Oberflächenspannung von Wasser herabsetzen und so ermöglichen, dass sich Wasser und Fett oder Schmutz vermischen und die Haut gereinigt wird. Auch Seife gehört zu den Tensiden. Ganz ohne sind aber auch Syndets nicht. Denn sie entfetten die Haut ebenfalls und die Tenside in Syndets können zum Beispiel zur Gruppe der umstrittenen Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) gehören. Der unbestreitbare Vorteil von Syndets gegenüber Seifen ist allerdings, dass sich ihr pH-Wert beliebig einstellen lässt. Gerade Produkte, die sich eine medizinische Anmutung geben, sind sauer eingestellt - dadurch soll sich der leicht saure pH-Wert der Haut nicht verändern. Der alkalische pH-Wert von Seifen jedoch verschiebt den pH-Wert der Haut. Normalerweise hat die Haut einen leicht sauren pH-Wert von etwa 5,5. Auf mit Seife eingeschäumter Haut misst man Werte von 9 bis 11. Früher ging man davon aus, dass sich der pH-Wert schnell wieder einpegelt. Heute weiß man, dass die Effekte anhalten. Professor Hans Christian Korting, Dermatologe an der Universitäts-Hautklinik in München, erläutert: "Wir konnten zeigen, dass unterschiedliche Tensidzubereitungen mit unterschiedlichen pH-Werten den pH-Wert der Haut beeinflussen, und das viele Stunden lang. Der pH-Wert der Haut über den Tag hinweg hängt von der Art der Reinigung ab."



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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