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ÖKO-TEST Juli 2010
TestApfelsaft
Nicht weit vom Stamm
Apfelsaft



Fakt ist, dass sich der Begriff Streuobst mittlerweile zu einem Qualitätsmerkmal gemausert hat. Dieses steht nicht nur für Regionalität, sondern auch für Naturschutz, kurze Transportwege und Förderung der heimischen Infrastruktur - kurz für eine so wohlklingende Vokabel wie Nachhaltigkeit. Insofern ist Streuobst auch aus Marketingsicht interessant. Da der Begriff jedoch nicht geschützt ist, befürchten Streuobstinitiativen und Umweltverbände, er könne missbräuchlich genutzt werden. Bemühungen, Streuobstapfelsaft schützen zu lassen, sind bislang aber gescheitert.

Wir haben 25 regional und überregional gehandelte, naturtrübe Apfel-Direktsäfte eingekauft und auf Pestizide, Aluminium und das Schimmelpilzgift Patulin überprüfen lassen. Zusätzlich interessierte uns der Geschmack der Säfte. Ob Streuobst in entsprechend ausgelobten Säften tatsächlich enthalten ist, hätten wir gern überprüft, eine geeignete Methode existiert jedoch nicht.

Das Testergebnis

... ist überwiegend erfreulich: Insgesamt haben wir siebenmal ein "sehr gut", 13-mal ein "gut" und fünfmal ein "befriedigend" vergeben.

Schadstoffe waren in den untersuchten Apfelsäften so gut wie kein Thema. Lediglich in dem Grünspecht Apfelsaft wies das Labor einen leicht erhöhten Gehalt an Aluminium nach, der durch eine Lagerung im Aluminiumtank entstanden sein könnte. Mit 2,2 Milligramm (mg) Aluminium pro Kilogramm (kg) ist der Saft für Erwachsene zwar unproblematisch - selbst wenn sie sehr große Mengen konsumieren. Das gilt aber nicht für Kinder, die viel Saft trinken. Für diese Zielgruppe empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), ausgehend von einem Apfelsaftverzehr von 864 Gramm (g) pro Tag, einen Höchstgehalt von 2 mg Aluminium pro Liter Saft. Der zugrunde gelegte Verzehr ist zwar extrem hoch, laut einer Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit von 2007 aber nicht ausgeschlossen. Aluminium ist akut wenig giftig, kann dauerhaft aufgenommen aber zu Störungen der Fortpflanzung und des sich entwickelnden Nervensystems führen.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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