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ÖKO-TEST Juni 2010
TestNaturheilverfahren
Schluss mit der Angeberei
Naturheilverfahren


Geheimniskrämerei schafft Misstrauen

Von ÖKO-TEST zu den Fehlern befragt, erklärte DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer, er sehe "keine Veranlassung, die Studie zurückzuziehen". In einer weiteren Mail ließ er uns wissen, "die finale Entscheidung" könne nur der Auftraggeber der Studie, der Fernsehsender n-tv, treffen.

Die Weigerung zur Rücknahme könnte damit zusammenhängen, dass das DISQ ein Hamburger Marktforschungsunternehmen ist, das für solchen Studien viel Geld verlangt. So kosten die genauen Ergebnisse der Krankenkassenuntersuchung den interessierten Leser eine Schutzgebühr von 250 Euro plus MwSt. Was die ausgezeichneten Kassen für die Werbung mit dem Label bezahlen müssen, ist nicht zu erfahren. Darüber, so Hamer, habe man mit n-tv Stillschweigen vereinbart. Die TK erklärt die Kosten zu "Betriebsinterna". n-tv schweigt sich aus, weil ÖKO-TEST "Konkurrent und Mitbewerber" sei. Solche Geheimniskrämerei muss Misstrauen hervorrufen, und es stellt sich die Frage, ob da mehr Geld im Spiel ist als die 500 bzw. 300 Euro Bearbeitungsgebühr, die die Stiftung Warentest bzw. ÖKO-TEST von den Kassen und anderen Anbietern verlangen. Was übrigens jeder auf unserer und der Internetseite der Berliner Kollegen nachlesen kann.

Allerdings ist die Studie des DISQ nur die inkompetente Spitze des Eisbergs. Krankenkassentests finden sich in vielen Zeitungen und Zeitschriften - mit ähnlich guten Testergebnissen für die Naturheilverfahren. Auch Guter Rat kürt die "Beste Krankenkasse". Als wir uns dort nach den Naturheilverfahren erkundigten, antwortete die zuständige Redakteurin, man wisse nicht, wie die Bewertung genau zustande komme (Anmerkung: ÖKO-TEST hat die Antwort etwas verkürzt und auf den Punkt gebracht). Auskunft könne uns www.gesetzlicheKrankenkassen.de geben, die die Daten erhoben haben. Dort hieß es, Zugriff habe nur der Chef Thomas Adolph - und der sei leider im Urlaub. Vermutlich unterscheiden sich die Ergebnisse jedoch kaum von denen in der Zeitschrift Euro, in Focus Money oder in der Bild am Sonntag. Denn alle bekommen ihre Daten von Adolph.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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