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ÖKO-TEST April 2010
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ÖKO-TEST April 2010
» Produkte anzeigen (106)» Testergebnisse abrufen» Heftinhalt [ M1004 ] anzeigen

Sven Wiegmann hat den Überblick verloren. Der studierte Geograf aus dem holsteinischen Glückstadt ist zwar guten Willens, Stereoanlage, Kühlschrank und andere Elektrogeräte nur mit grünem Strom laufen zu lassen, doch das ist nicht so einfach. Die nahen Flensburger Stadtwerke haben zwar CO2-freien Strom aus einem Schweizer Wasserkraftwerk im Programm, was sie auf Nachfrage bestätigen. Gleichzeitig kauften die Konzerne, denen das Wasserkraftwerk gehört, für ihre Kunden in der Schweiz Kohlestrom aus Deutschland. Zu allem Überfluss beteiligten sie sich noch am Neubau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel. "Schweizerische Unternehmen verdienen, teilweise mithilfe deutscher Stadtwerke, viel Geld am Öko-Strom-Markt und stellen gleichzeitig die Versorgung der heimischen Bevölkerung von Wasserkraft auf Kohlestrom ohne Kraft-Wärme-Kopplung um", zeigt sich Wiegmann erschüttert. Sein ernüchterndes Fazit: Der Umstieg deutscher Haushalte auf Öko-Strom sorgt direkt für den Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke in Deutschland.

Tatsächlich ist es für den Verbraucher schwer, die wahre Quelle seines Stroms und die unternehmerischen Verstrickungen seines Lieferanten zu erkennen. Der Fall der Flensburger Stadtwerke zeigt eine der typischen Strategien der Energieversorger. Sie vermarkten im Inland als Öko-Strom, was sie bei meist alten Wasserkraftwerken im Ausland einkaufen. Der ferne Stromproduzent schließt die bei ihm möglicherweise auftretende Lücke im Stromangebot durch Kohle oder sonstigen schwarzen Strom aus dem Ausland. Auch der Stromversorger Vattenfall verkauft zum Beispiel in Hamburg Strom aus Wasserkraftwerken seiner schwedischen Heimat als Öko-Strom, betreibt aber in Deutschland jede Menge Atommeiler und baut auch neue Kohlekraftwerke.

Eine zweite gängige Praxis für die Spiegelfechterei mit Öko-Angeboten verlangt noch nicht einmal zwingend nach grenzüberschreitendem Stromverkehr. Die großen Stromkonzerne, die alle Arten von Energieerzeugung im Programm haben, können je nach Kundenwunsch ihre Tarife maßschneidern. Öko-Strom für die grünen Verbraucher, konventionellen für den großen Rest, dem egal ist, wie der Strom erzeugt wurde. Bei diesem Rest wird der Anteil des ohnehin im Mix vorhandenen grünen Stroms ein wenig geringer. Am Strommix des Konzerns insgesamt ändert sich nichts. Ganz gleich, wie viele Verbraucher sich für ein solches Schummel-Öko-Angebot entscheiden: Die CO2-Menge bleibt gleich hoch.



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Inhalt

» Sven Wiegmann hat den Überblick verloren. Der ...
» Dabei wird der Öko-Strom häufig über ...
» Dem Strom aus der Steckdose sieht man nicht an, ...
» "In wissenschaftlich strengem Sinne wird ...
» Die Sätze werden mehr oder weniger laufend ...
» Elf Tarife landen auf dem ersten Rang. Es sind ...
» Hier handelt es sich allerdings um die Angaben ...
» Ok-Power - Wer vergibt es? Der Energie-Vision ...
» Was bedeutet es? Die Kunden leisten in Form ...
» Bewertung: Das Label ist in seiner Basisversion ...
» So haben wir getestet - Die Auswahl der ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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