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ÖKO-TEST April 2010
TestKaffee
Klein, aber boha!
Kaffee



Es gab Zeiten, da fand man in jeder Kleinstadt mindestens ein Kaffeegeschäft. Mehrere Tausend Händler und Röster sollen es noch in den 50er-Jahren in Deutschland gewesen sein, schreibt der Deutsche Kaffeeverband. Damals wurde der Kaffee noch zu horrenden Preisen als exklusive Kolonialware angeboten und man war stolz, wenn man seinen Gästen (zumindest sonntags) erklären konnte, echten Bohnenkaffee auszuschenken - und keinen Kaffeeersatz aus Getreide, Malz, Zichorie oder noch zweifelhafteren Zutaten.

Doch dann kamen die Supermärkte. Kaffee wurde zum beliebtesten Artikel für Sonderangebote - das ließ die Preise purzeln. Sehr zur Freude von Otto Normalverbraucher, sehr zum Verdruss der kleinen Röster. Aber es gibt sie noch. Oder besser gesagt: Es gibt sie wieder. Die kleinen Geschäfte, wo ein verständnisvoller Kaffeeliebhaber im vorderen Teil des Ladens den Inhalt aus geheimnisvoll beschrifteten Schütten in eine Papiertüte prasseln lässt: Duftende Bohnen, die erst am Vortag in der kleinen Röstmaschine im hinteren Teil des Ladens ihren letzten Schliff bekommen haben. In den vergangenen Jahren haben einige, vornehmlich junge Gourmets das Rösten im kleinen Stil wiederentdeckt. Wie viele es sind, weiß keiner so genau - zwischen 300 bis 500 wird geschätzt.

Eine solche Rösterei findet man zum Beispiel in Bremen. In die Welt der 50er- und 60er-Jahre fühlt man sich im Verkaufsraum und in der angeschlossenen kleinen musealen Produktion der Kaffeerösterei August Münchhausen zurückversetzt: Kaffeedosen hinter Schiebeglastüren stehen hier, eine altmodische Kasse mit Kurbel und ein Kaffeeautomat, der in den 50er-Jahren in den meisten Bahnhöfen und Werkskantinen zu finden war. Geröstet wird noch im original Trommelröster von 1958, die Kaffeesäcke werden per Hand verladen.

Da stellt sich die Frage: Wie behauptet man sich als kleine Rösterei in Bremen, wo immerhin auch die Heimat einiger der größten Kaffeemarken Deutschlands ist? Es kann nicht nur das Einkaufserlebnis sein, weiß Produktmanager Gunnar Willipinski: "Das Wichtigste ist, dass die Qualität stimmt." So wird - im Gegensatz zur industriellen Herstellung - bei relativ niedrigen Temperaturen geröstet: zwölf bis 20 Minuten bei etwa 200 Grad ist eine Faustformel, hier und auch in anderen kleinen Röstereien. Die Details kennt aber nur der Röstmeister selbst, der während des Vorgangs ständig Farbe und Geruch prüft. "Die Herstellung eines guten Kaffees hängt aber noch von vielen weiteren Faktoren ab", erklärt Willipinski. "Wenn es im Winter sehr kalt ist, muss anders geröstet werden als im Sommer, auch Luftdruck und Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle", erzählt er.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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