Testberichte aus dem Archiv

Babynahrung, Babymenüs
Eins, zwei, Brei

Das Abenteuer Essen beginnt für die meisten Kinder mit dem ersten Brei. Den können Eltern neuerdings fix und fertig aus bruchsicheren Kunststoffbechern füttern. Trotz neuem Herstellungsverfahren zeigten sich in unserem Test aber einige altbekannte Probleme und Schadstoffe, die für schlechte Noten sorgen.
Bis vor Kurzem sollten in Babys erstem Brei noch diverse Lebensmittel vorsichtshalber gemieden werden. Heute lautet der Rat gerade andersherum: "Früher Kontakt mit möglichen Allergenen wie Fisch, Eier, Kuhmilch, Milchprodukte, Weizen und Nüsse kann sogar vor späterer Überempfindlichkeit schützen", fasst Dr. Mathilde Kersting, stellvertretende Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund zusammen. "Vielseitig, fleisch- sowie glutenhaltig dürfen, ja sollen die Babys schon ab dem fünften bis siebten Lebensmonat essen."
Inzwischen ist sich die Fachwelt auch einig, dass - zumindest in Industrienationen - der erste Brei schon nach dem vierten Monat sinnvoll ist. Bisher lautete die Empfehlung vielfach, wenn möglich bis zum vollendeten sechsten Monat voll zu stillen. Zum Gewöhnen an die Beikost war es üblich, erst mal nur ein gut verträgliches Gemüse wie Karotte zu geben, und dann lange nichts. Heute empfehlen die Experten Abwechslung von Anfang an. "Der fünfte und sechste Monat scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, um den Körper an mögliche Allergene zu gewöhnen", erklärt Prof. Berthold Koletzko, Spezialist für Kinder- und Jugendernährung am Universitätskrankenhaus München. Das frühe Experimentieren mit vielen unterschiedlichen Lebensmitteln könnte allerdings beim Nachwuchs auf Wiederstand stoßen. Den sollten Eltern zwar ernst nehmen, aber dennoch immer wieder einen Versuch starten, Neues einzuführen. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Kleinen teilweise erst nach dem siebten oder achten Versuch Gefallen an bestimmten Geschmacksrichtungen finden. Ist diese Hürde geschafft, essen sie auch mit zunehmendem Alter gerne vielseitig und abwechslungsreich.
Neben Inhalt und Verpackung ist auch das Herstellungsverfahren der Babykost in den Kunststoffbechern neu. Die Zutaten werden einzeln dampfgegart und erst danach gemischt. Wenige Minuten unter starker Hitze reichen bei dem von Nestlé eingesetzten Verfahren, um die Produkte steril zu machen, so dass sie zirka ein Jahr haltbar sind. Hipp und Bebivita antworteten uns auf die Frage zur Sterilisation schwammig: Temperatur und Zeit würden immer so gewählt, dass ein Maximum an Sicherheit gewährleistet ist, aber Nährwert und Geschmack optimal geschont werden. In der Glasverpackung sind die Breie üblicherweise eine halbe bis zu einer Stunde hohen Temperaturen ausgesetzt.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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