Hurra, endlich eine neue Wohnung gefunden! Die Tapeten sind zwar von anno dazumal und auch schon ordentlich ramponiert. Aber das sollte selbst für den Gelegenheitsheimwerker kein Problem sein. Also: Ärmel hochgekrempelt und ab in den Baumarkt.
Raufaser? Da gibt es eigentlich was Besseres, erklärt der Verkäufer. Heute werden bevorzugt Vliestapeten gekauft. Sie müssen nicht eingeweicht werden, sondern können direkt auf die eingekleisterte Wand geklebt werden. Außerdem sind sie maßstabil, das heißt sie dehnen sich nicht und sie schrumpfen nicht. Wie die Raufaser können sie beliebig oft überstrichen werden, es sei denn, man wählt bereits eine fertige weiße oder auch farbige Tapete. Und noch ein Vorteil: Die Tapete lässt sich später ganz einfach trocken abziehen.
Gefragt sind zur Zeit glatte Wände oder feine Strukturen - grob liegt nicht im Trend. Wer ganz glatte Oberflächen möchte, kann reine Vliese wählen, die dann überstrichen oder mit anderen Techniken dekorativ gestaltet werden können. Diese Vliese bestehen aus Zellstoffen, die mit Polyester- oder Glasfasergarnen ergänzt werden, um sie reißfester zu machen.
In den Regalen der Baumärkte liegen aber vor allem Vliestapeten mit unterschiedlichen Körnungen und Strukturen, die eigentlich nicht mehr überstrichen werden müssen. Einige Hersteller empfehlen jedoch auch bei den weißen Vliestapeten einen Anstrich. Die Strukturen, die an Putz, Raufaser, Gewebe und andere Dekore erinnern, entstehen in den meisten Fällen durch Aufschäumen mit PVC.
Und da liegt auch das Problem, denn mit solchen Tapeten holt man sich riesige Flächen dieses problematischen Kunststoffs ins Haus. PVC ist immer mit Schadstoffen belastet, denn nur so kann er weich, elastisch und lichtbeständig bleiben. Wenn dann womöglich noch der Bodenbelag aus PVC besteht, kann von einem gesunden Wohnklima wirklich keine Rede mehr sein. Dazu kommt, dass gerade im Haushalt mittlerweile jede Menge Kunststoff vorhanden ist: Laminat am Boden, Kunststofffenster, Möbel mit beschichteter Oberfläche, Leuchten, Computer, Unterhaltungselektronik und viele mehr oder wenige nützliche Dinge des Alltags. Plaste wohin man schaut.
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