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ÖKO-TEST Kompakt Riester
TestRiester-Renten / ungeförderte Renten Renditevergleich
Kosten fressen Zulagen auf
Riester-Renten / ungeförderte Renten Renditevergleich



Der Fall von Maren Meier ist wahrscheinlich ein besonders krasser Fall. Denn die Debeka hatte ihre Provision hier nicht nur auf alle vereinbarten Eigenbeiträge, sondern auch auf alle voraussichtlichen Zulagen bis Rentenbeginn erhoben. Diese Gesamtsumme an Provisionen wurde dann rechnerisch auf die ersten fünf Vertragsjahre verteilt und mit den Einzahlungen verrechnet. Kein Wunder daher, dass das Konto erst einmal tief im Minus lag. Besonders pikant: Die Kinderzulagen hatte der Versicherer "aus Vereinfachungsgründen", wie in der Police steht, gleich für die volle Vertragslaufzeit von 28 Jahren bis Rentenbeginn durchlaufen lassen - obwohl die Kinder bis dahin schon lange aus der Förderung gefallen sind. Denn Kinderzulagen gibt es nur, solange der Nachwuchs kindergeldberechtigt ist, also bis zum 18. Lebensjahr, bei länger dauernder Ausbildung maximal bis 25. Durch die "Vereinfachung" wurde die Provisionssumme auf die Zulagen jedoch künstlich "aufgebläht" - ein äußerst fragwürdiger Rechentrick, der einem gerichtlichen Vergleich vermutlich nicht standhalten würde.

Doch auch wenn man von diesen krassen Besonderheiten absieht: Ähnlich wie Maren Meier geht es vielen Riester-Sparern. Sie schauen verdutzt auf ihre ersten Jahresabrechnungen und stellen fest, dass die staatlichen Zulagen fast komplett für Vertragskosten draufgehen. So bemängelte auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZ Baden-Württemberg) bereits im vergangenen Jahr, dass die Zulagen bei der Riester-Rente - mindestens 1,7 Milliarden Euro für 2008 - "in der Masse nicht der Altersvorsorge zugute kommt".

Dieses Resümee ziehen die Verbraucherschützer aus ihrer Beratungspraxis, die ihnen so manches schockierende Beispiel aus dem Alltag liefert. In einem von der VZ Baden-Württemberg ebenfalls als besonders krass empfundenen Fall zehren die Vertragskosten sogar das Dreifache der gesamten Förderung inklusive Steuervorteile auf. Auch wer den Anbieter wechseln möchte, läuft Gefahr, einen Großteil seiner Einzahlungen zu verlieren. "Das dabei 88 Prozent der gezahlten Beiträge wegen Vertragskosten verschwinden können, ist ein Skandal", kritisierte Niels Nauhauser, Altersvorsorgeexperte der VZ Baden-Württemberg.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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