ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
Wenn beispielsweise Motten die Vorratsschränke befallen, ist erst einmal eine Entsorgungs- und Reinigungsaktion fällig. Wird man die Motten so nicht los, kann man die ungebetenen Gäste mit Nützlingen bekämpfen. So sind winzige Schlupfwespen - sie messen weniger als einen halben Millimeter - als kleine Armee in Kärtchen verborgen, erhältlich. Diese werden in die Schränke zwischen die Vorräte verteilt. Aus den Kärtchen schwärmen die flügellosen Schlupfwespen kriechend aus und legen ihre Eier in die Motteneier. Aus diesen können sich dann keine gefräßigen Larven mehr entwickeln, die Mehl, Müsli oder Hundefutter heimsuchen. Die Schlupfwespen schlüpfen nach acht bis zehn Tagen und sterben ab, wenn sie keine Motteneier mehr finden.
ÖKO-TEST hat 60 Mittel gegen Insekten und Lebensmittelmotten eingekauft und die Inhaltsstoffe beurteilt.
Das Testergebnis
Reine Klebefallen ohne insektizide Wirkstoffe oder Lockfallen mit Essigsäure oder anderen organischen Säuren wie Pelargonsäure finden wir in Ordnung. Diese Mittel sind ideal, um Fliegen und Fruchtfliegen in Innenräumen wegzufangen. Ebenso geeignet und völlig ungiftig sind Klebefallen mit Sexuallockstoffen, sogenannten Pheromonen, gegen Lebensmittelmotten. Die Pheromone locken die männlichen Motten an.
Auch Mittel mit Neem oder Lavandinöl sind empfehlenswert. Setzt man solche Mittel ein, sollte jedoch das Einatmen oder der Hautkontakt vermieden werden, denn auf die Duftstoffe können empfindliche Personen allergisch reagieren.
Natur-Pyrethrum ist nervengiftig. Es baut sich jedoch unter UV-Einfluss rasch ab, weshalb wir es nur um zwei Noten abwerten. Vier Noten Abzug erhielten aber die Produkte, in denen das Natur-Pyrethrum mit dem Wirkungsverstärker Piperonylbutoxid kombiniert ist.
Vier Noten Abzug erhielten 27 Produkte mit Insektiziden wie synthetische Pyrethroide, Phosphorsäureester, Carbamate oder Neonicotinoide etwa in Sprays, Stickern, Köderfolien oder Verdampfern. Besonders bei der Anwendung von Sprays besteht die Gefahr, den Nebel einzuatmen.