ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
ÖKO-TEST hat zehn Wickelkommoden von bekannten Möbelherstellern eingekauft. Einige Modelle bestehen in der Hauptsache aus Vollholz, andere aus beschichteten Spanplatten. Wir wollten wissen, inwieweit die Möbel Schadstoffe ausgasen und wie tauglich sie vor allem in puncto Sicherheit sind.
Das Testergebnis
... kann nicht überzeugen. Nur zwei Wickelkommoden, die Modelle von Ikea und Paidi, schneiden mit "gut" ab und sind nicht mit Schadstoffen belastet. Die Hälfte der Möbel können wir aufgrund der schlechten Noten nicht empfehlen. Leider sind die beiden Schlusslichter Massivholzkommoden. Das Modell von Life Time fiel durch besonders gravierende Sicherheitsmängel auf.
Die meisten Wickelkommoden gasen ganz beachtlich krebserregendes Formaldehyd aus. Nach gründlichem Lüften dürfte die Belastung zwar deutlich zurückgehen. Dennoch: Gerade im Kinderzimmer sollte keine dicke Luft herrschen.
In drei Fällen werten wir flüchtige organische Verbindungen (VOC) ab, die ebenfalls die Raumluft belasten. Kritisch sehen wir dabei wegen ihres allergenen Potenzials Delta-3-Caren sowie Hexanal, eine übel riechende Verbindung. Das Delta-3-Caren kommt möglicherweise aus dem Kiefernholz.
Im Praxistest stellte sich die Wickelkommode des Herstellers Life Time als Sicherheitsrisiko heraus. Schon bei geringer Belastung kippte die ganze Kommode nach hinten und der Wickelaufsatz knickte ab. Mit einer Wandbefestigung, wie sie andere Hersteller vorschreiben, könnte das Möbelstück stabilisiert werden. Bei drei weiteren Wickelkommoden waren die Schutzkanten rund um die Wickeleinrichtung teilweise nicht oder nicht hinreichend gerundet, sodass auch sie die entsprechende Sicherheitsnorm nicht erfüllten.
Auch Gesamtkonstruktion und Verarbeitung der Kommoden wurde ausführlich in Augenschein genommen. Voll zufrieden waren unsere professionellen Tester mit keinem Modell, vier Produkte wurden aber noch mit "gut" bewertet.