ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
Sie sollen eigentlich das Klima retten. Jetzt die große Überraschung in unserem Test: Die Einsparmöglichkeiten von Energiesparlampen sind viel geringer als versprochen. Zudem erzeugen die Öko-Leuchten Elektrosmog und eine schlechte Lichtqualität.
Das schrittweise Aus für die Glühlampe ist beschlossene Sache. Jetzt sollen zunehmend Energiesparlampen für Licht in Europa sorgen - kleine, gebogene Leuchtstoffröhren, die aufgrund ihrer Technik weniger Watt verbrauchen, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen wie Glühlampen. Aber was ist wirklich dran an Werbeslogans wie "eine Energiesparlampe spart bis zu 190 Euro"?
ÖKO-TEST wollte die Leistungsfähigkeit, die Lebensdauer und die Energieeinsparpotenziale, aber auch die gesundheitlichen Wirkungen des Sparlichts testen und kaufte 16 verschiedene warmweiße Energiesparlampen mit zehn bis zwölf Watt, die jeweils die 60-Watt-Glühbirne ersetzen sollen - alle mit E27-Schraubsockel, und zwar sowohl die klassische Röhren- wie auch die Birnenform. Im Vergleich dazu ließen wir eine matte 60-Watt-Allgebrauchsglühlampe und eine neuartige 42-Watt-Halogenlampe in Glühbirnenform mit Schraubsockel testen, die immerhin 30 Prozent Energieersparnis gegenüber der Glühbirne bringen soll.
Das Testergebnis
... kann nicht überzeugen. Knapp ein Drittel der Energiesparlampen war bestenfalls "befriedigend", der Rest schlechter, und vier Modelle - die Energiesparlampe 11 W von Global World Trading, die Flair Energy 11 W von Hornbach, die Luxxx Energy-Saver Advance 11 W und die Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W - sind sogar richtige Flops, weil jeweils beide Testexemplare frühzeitig ausfielen. Sie erreichten nicht einmal 3.125 Stunden. Bei dem Schweizer Modell kommt noch hinzu, dass es kaum Licht abgibt. Eine einzige Lampe, die General Electric Energy Saving Elegance 11 W, verpasste immerhin die "gute" Gesamtnote nur knapp. Fazit unseres Tests: Für viele Anwendungsfälle sind Energiesparlampen nicht oder weniger geeignet. Zu den technischen Unzulänglichkeiten kommen noch die gesundheitlichen Risiken. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob die Klimaschutzziele nicht mit anderen Mitteln besser und weniger risikoreich zu erreichen sind.