ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
Bei jährlich rund acht Millionen DECT-Telefonen, die nach Zahlen der GfK verkauft werden, gibt es keine Zweifel, wie die Deutschen am liebsten telefonieren: schnurlos. Damit nehmen sie die häufig stärkste Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung im privaten Haushalt in Kauf. Und zwar nicht nur beim Telefonieren selbst - mit dem heftig strahlenden Hörer direkt am Kopf. Auch wenn das DECT eine geringere Sendespitzenleistung als das Handy hat, ist die Belastung meist höher, weil der Funkmast in Form der Basis mitten im Wohnraum steht. Die Basis der meisten Geräte sendet rund um die Uhr Funkwellen aus, um mit dem Mobilteil in Kontakt zu bleiben. Somit wird das Telefon zur Dauerstrahlenquelle. Schon 2006 hat das Bundesamt für Strahlenschutz die Industrie aufgefordert, Telefone zu entwickeln, die im Stand-by-Betrieb strahlungsfrei sind.
Wir haben 13 Schnurlostelefone eingekauft, die mit einem Eco-Mode, mit einer Anpassung der Sendeleistung, einem Logo "strahlungsreduziert" oder Ähnlichem werben. Wir wollten wissen, wie strahlungsreduziert sie tatsächlich arbeiten. Darüber hinaus haben wir die Geräte einem großen Praxistest unterzogen.
Das Testergebnis
Trotz "Eco"-Welle bleibt die Zahl der konsequenten Vertreter klein. Nur drei Geräte im Test schalten die Strahlung nach dem Telefonat ab: das Orchid Eco Low Radiation LR4610, das Swissvoice Avena 748 und das Siemens Gigaset A580 - wobei die Basis des A580 in unregelmäßigen Abständen, die mal 20 Sekunden, mal über zehn Minuten lang sein können, ganz kurze Funkimpulse aussendet. "Ob solche ab und zu auftretenden kurzen Funkimpulse schon biologisch kritisch sind, wer weiß", sagt unser baubiologischer Berater Wolfgang Maes, "in jedem Fall sind sie überflüssig, und mit der beworbenen hundertprozentigen Abschaltung nach Gesprächsende passt das nicht zusammen." Drei Schnurlose regeln stark herunter, wenn das Mobilteil in der Basis steckt, vier schalten dann so gut wie ab - "so gut wie" heißt für uns: sie regeln um einen Faktor von einer Million und mehr herunter. Ein winziger, aber überflüssiger Rest bleibt.
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