ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
ÖKO-TEST kaufte 17 Dämmstoffe aus konventionellen und nachwachsenden Rohstoffen ein. Sie sind für das geneigte Dach geeignet. Wir haben die Wärmeschutzeigenschaften und den sommerlichen Wärmeschutz verglichen. Außerdem wollten wir wissen, ob die Dämmstoffe den Wohnraum mit Schadstoffen belasten.
Das Testergebnis
Mehr als die Hälfte der Produkte sind "gut" oder "sehr gut". Die Bestnote erhalten je zwei Dämmstoffe aus Holzfasern und Glaswolle. Einige Materialien können jedoch die Raumluft mit ausgasenden Stoffen und möglicherweise sogar mit Schimmelpilzen belasten.
Eine gute Dämmung von Häusern können alle Dämmstoffe leisten - ganz gleich, aus welchem Material sie bestehen. Um den von uns vorgegebenen Dämmstandard von U = 0,20 W/(m²K) zu erreichen, sind - je nach Material - zwischen 13,5 bis fast 25 Zentimeter nötig. Unangefochtener Spitzenreiter ist der Polyurethanschaum Puren Plus, der allerdings recht teuer ist. Er hat den niedrigsten Lambda-Wert (l), der die Wärmeleitfähigkeit ausdrückt. Je geringer dieser Wert, umso besser dämmt ein Material. Da der Bauherr durch eine dicke Dämmung eine geringere Wirkung ausgleichen kann, werten wir nur Produkte mit einem relativ schlechten Wert ab.
In Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Dämmstoffen minimal, auch wenn die Hersteller das oft anders darstellen. In dem von unseren Experten entwickelten Modellfall wurde es bei Verschattung und nächtlicher Lüftung maximal 22 Grad Celsius warm. Professor Gerd Hauser, Leiter des Fraunhofer Instituts für Bauphysik, bestätigt uns, dass die Unterschiede sehr klein sind, sofern nicht alle Bauteile - Dach, Außenwände und alle Innenbauteile - mit einem besonders wärmespeicherfähigen Material ausgeführt werden.
Die drei Polystyrole im Test, oft verallgemeinernd als Styropor bezeichnet, gasen flüchtige organische Verbindungen aus, darunter aromatische Kohlenwasserstoffe einschließlich des krebsverdächtigen Styrols. Die Climacell Standard aus Zellulose und die Steico therm aus Holzfasern geben Hexanal, einen unangenehm riechenden Stoff aus der Gruppe der Aldehyde, ab. Die Schadstoffbelastung ist während der Verarbeitung besonders problematisch. Aber auch wenn die Dämmstoffe im Dach eingebaut sind, können die flüchtigen Stoffe je nach Durchlässigkeit der Verkleidung noch in die Raumluft entweichen.
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