Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010

Ameisenbekämpfungsmittel
Kille, Kille

Ameisen im Garten sind zwar lästig, aber nicht unbedingt schädlich. Gerne krabbeln die Ameisen aber auch im Gemüsegarten herum und stören so das Wachstum der Pflanzen. Dann kann man die Ameisen durch einfache Bodenbearbeitung wie Hacken stören. Im übrigen Garten ist aber eine Bekämpfung der Ameisen unnötig. "Ameisennester auf der Terrasse kann man einfach mit heißem Wasser bekämpfen. Verlegt man von vornherein Platten und Pflastersteine mit Splitt in einer Körnung ab fünf Millimeter Durchmesser, dann gibt es eigentlich kein Problem mit Ameisennestern", so Gartenfachmann Sven Görlitz, der Freizeitgärtner bei der Gartenakademie Baden-Württemberg berät.
Trotzdem ist das Angebot verschiedener Firmen an Mitteln gegen Ameisen in Drogerien, Bau- und Gartenmärkten sowie Onlineshops beachtlich. ÖKO-TEST hat 33 Ameisenmittel eingekauft und die Inhaltsstoffe beurteilt.
Das Testergebnis
Vier Marken bekämpfen Ameisen oder schützen vor ihnen mit Kieselgur, Lavandin- und Wacholderöl sowie Neem. Diese Mittel sind "sehr gut". Beim Einsatz von Sprays, Gießmittelkonzentraten oder Streumittel mit ätherischen Ölen sollte man bei einer Empfindlichkeit gegenüber Duftstoffen trotzdem vorsichtig sein: Hier unbedingt Hautkontakt und das Einatmen von Sprühnebel vermeiden.
Natur-Pyrethrum ohne den Beistoff Piperonylbutoxid steckt in drei Produkten. Die Wirkstoffe des Chrysanthemenextrakts sind auch für den Menschen unverträglich. Da Natur-Pyrethrum nicht besonders langlebig ist, es wird durch UV-Licht zersetzt, erhalten diese Mittel zwei Noten Abzug. Strenger und mit vier Minuspunkten bewerten wir Produkte, in denen die Hersteller das Natur-Pyrethrum mit dem Wirkungsverstärker Piperonylbutoxid kombinieren.
Köderdosen mit synthetischen Giften wie Imidacloprid, Fipronil, Phosphorsäureester wie Chlorpyrifos oder synthetischen Pyrethroiden wie Phenothrin, Tetramethrin oder Cypermethrin, sind noch etwas besser als Sprays, Pulver oder Granulate mit diesen Wirkstoffen. Durch die Konstruktion der Köderdosen ist ein direkter Kontakt mit dem Insektengift ausgeschlossen. Die Ameisen kriechen in die Dosen, die das Insektizid etwa in Gelform enthalten, und schleppen ihre giftige Beute in das Nest, wo es dann auch an die Brut und die Ameisenkönigin verfüttert wird.
Synthetische Insektenmittel in Sprays, Pulver und Granulaten erhalten nur "mangelhafte" Noten. Besonders beim Einsatz von Sprays ist nicht auszuschließen, dass die Gifte eingeatmet werden.
Spinosad, ein Bakterienprodukt, ist zwar nach der Öko-Verordnung erlaubt, bei den Anbauverbänden wie Demeter, Bioland und Naturland ist es wegen seiner Bienengiftigkeit jedoch umstritten. Wir bewerten es daher ebenso streng wie die synthetischen Biozidwirkstoffe.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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