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ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit für 2010
TestSchlankheitsmittel
Schwer verdaulich
Schlankheitsmittel



Weniger essen und trotzdem satt werden; Pfunde verlieren, aber nicht die gute Laune; leicht und auf natürliche Weise mehr Fett verbrennen: Die Hersteller von Schlankheitsmitteln versprechen schnellen Erfolg beim Kampf gegen lästige Pölsterchen. Doch was so einfach klingt, entpuppt sich im wirklichen Leben als ausgesprochen schwierig. "Die Behandlungsziele müssen realistisch und den individuellen Voraussetzungen angepasst sein", erklärt die Deutsche Adipositas-Gesellschaft. Ziel ist ein langfristig stabiles Gewicht. An erster Stelle steht die Umstellung der Ernährung.

ÖKO-TEST hat 20 Schlankheitsmittel eingekauft und begutachten lassen. Darunter sind drei rezeptpflichtige Arzneimittel, acht Produkte, die auf einen Sättigungseffekt zielen, und neun Mittel mit verschiedenen Wirkprinzipien.

Das Testergebnis

Nur drei Produkte schneiden mit "befriedigend" und "ausreichend" ab, der Rest fällt mit den Testurteilen "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

Als Einzige kommen die Xenical 120 mg, Hartkapseln und die Alli, 60 mg Hartkapseln auf ein "befriedigend". Ihr Wirkstoff Orlistat hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm, sodass der Körper weniger Fett und Kalorien aufnimmt. Doch die Pille allein macht nicht schlank: Ein Erfolg ist nur im Rahmen einer Diät zu erwarten.

Die Reductil 10 mg, Hartkapseln bekommen nur ein "ausreichend", weil Studien zwar die Wirksamkeit des Präparats belegen, der Wirkstoff Sibutramin aber erhebliche Nebenwirkungen hat.

Die Finger lassen sollte man von den Boxogetten S-vencipon, Dragees. Deren Wirkstoff Phenylpropanolamin zügelt zwar den Appetit, er wirkt aber anregend aufs Gehirn, woraus nicht selten eine Abhängigkeit resultiert. Hinzu kommen Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Unruhe, Gereiztheit, starker Bewegungsdrang und gelegentliche Verwirrtheit.

Für alle anderen Präparate ist die Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen. Bei vielen fehlt zudem der Hinweis auf die nötige Änderung der Ernährung.

Das Wirkprinzip der Sättigung erzeugenden Produkte ist wissenschaftlich haltbar. Insgesamt fehlen aber bei allen Sättigungspräparaten Ergebnisse zur Langzeiteffektivität - also zur Frage, ob man wirklich abnimmt. Die Produkte wirken bestenfalls unterstützend.

Mehrere Mittel enthalten Chitosan. Das weiße Pulver wird aus Krabbenschalen gewonnen und ist in Wasser schwer löslich. Es passiert den Magen-Darm-Trakt unverändert, soll das Nahrungsfett binden und unverdaut wieder ausgeschieden werden. Unser pharmazeutischer Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz spricht diesem Wirkprinzip jegliche wissenschaftliche Grundlage ab. Darüber hinaus gäbe es keine aussagekräftigen Studien, die eine gewichtsreduzierende Wirkung von Chitosan belegten.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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