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ÖKO-TEST November 2009
TestSchnupfenmittel
Was läuft?
Schnupfenmittel



Kleine Trompetenstöße quer durchs Büro, flatternde Taschentücher, die dann wahllos unter dem Schreibtisch entsorgt werden - fast jeder Dritte deutsche Berufstätige geht gegen den ärztlichen Rat krank zur Arbeit, zum Beispiel aus Angst vor einem Jobverlust. Das geht aus dem in Kürze erscheinenden Fehlzeitenreport 2009 der AOK hervor. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, hissen solche Kollegen die weiße Fahne. "Präsentismus" nennen Experten dieses Verhalten, das besonders in kalten Krisenzeiten boomt.

Was offenbar viele Arbeitnehmer nicht bedenken: Sie tun damit weder sich selbst noch den Kollegen einen Gefallen. Wer mit Grippe im Büro erscheint, betätigt sich dort nicht nur als Virenschleuder, er leistet auch ein Drittel weniger als sonst. Das ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstitutes tns Healthcare. "Mehr als elf solcher unproduktiven Schnupfentage im Jahr kommen pro Arbeitnehmer zusammen", sagt Jürgen Wasem vom Lehrstuhl Medizinmanagement an der Uni Duisburg-Essen, wo die Daten ausgewertet wurden. Unterm Strich ergäbe das eine Belastung für die Volkswirtschaft von 17,4 Milliarden Euro.

Bereits im Jahr 2003 machten Wissenschaftler im Journal of the American Medical Association darauf aufmerksam, dass die Folgen der "Präsenz ohne Power" den Arbeitgeber fast dreimal so viel kosten wie der Verlust durch Fehltage. Die Forscher konzentrierten sich in ihrer Untersuchung allerdings auf Krankheiten wie Depression und Migräne, weshalb sich die Ergebnisse nicht eins zu eins übertragen lassen. Fakt ist aber: Wer krank ist, ist weniger belastbar und macht leichter Fehler. Und: Er fördert einen späteren langen Krankenstand. Zu diesem Schluss kommen jedenfalls dänische Forscher im Journal of Epidemiology and Community Health nach einer Befragung von 12.000 Berufstätigen.

Die Angst der Arbeitnehmer vor Fehlzeiten und deren möglichen Folgen kennen Allgemeinmediziner bestens. "Viele meiner berufstätigen Patienten würden sich am liebsten gar nicht mehr krankschreiben lassen", erzählt Dirk Mecking. Er behandelt in Duisburg, der Stadt mit dem höchsten Arbeitslosenanteil in Nordrhein-Westfalen. "Selbst bei starken Erkältungen mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, wo früher eine Woche Usus war, akzeptieren sie heute maximal ein, zwei Tage" - zu wenig, aus Sicht des Hausarztes, um sich wirklich zu regenerieren: "Vor allem Menschen ab 50 aufwärts brauchen mehr Zeit und riskieren sonst eine schwere Erkrankung."



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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