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ÖKO-TEST November 2009
TestOstprodukte
Ei gugge ma
Ostprodukte
Nach der Wiedervereinigung haben sich viele Ostmarken einen Platz in den heimischen Supermarktregalen zurückerobert, einige auch in den alten Bundesländern. Wir haben anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls mehr als 25 Ostklassiker unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Viele Produkte schneiden mit "sehr gut" und "gut" ab.


Mit der DDR-Mark war am Samstag, den 30. Juni 1990, Schluss. Die fünf neuen Bundesländer wurden auf die D-Mark umgestellt. Doch als das Centrum-Warenhaus auf dem Berliner Alexanderplatz am darauffolgenden Montag die Türen wieder öffnete, war nicht nur die Ostmark weg, erinnert sich ein Studienkollege aus Halle, der die Wendezeit in Berlin erlebte. Weg waren auch die Tempo-Linsen, der Bautz’ner Senf, der Kuko Reis und alle anderen Ostmarken. Stattdessen standen die Regale randvoll mit Westprodukten.

Doch bereits 1991 ließ sich bei den Ostdeutschen eine Sehnsucht nach Waren aus der ehemaligen DDR ausmachen, schreibt der Historiker Dr. Rainer Gries in seinem Buch Vertrauen Kaufen. "Schon bald nach der Wendezeit tauchten typische Ostmarken wieder auf und eroberten sukzessive die Regale", bestätigt Dr. Volker Müller vom Institut für Marktforschung Leipzig.

Müller beobachtete die Warenwelt bis 1990 in der DDR und seither im vereinigten Deutschland. Der Leipziger Marktforscher erklärt, die Ostmarken mussten lernen, wie Marktwirtschaft funktioniert, wie man sich behauptet gegen die finanzstarke Westindustrie mit ihren Werbeprofis. Die Ostmarken befinden sich aus Marketingsicht heute in einer Phase, in der es darum geht, den Westen zu erobern und sich vom Ostimage zu emanzipieren. Geschafft haben das bisher erst wenige Ostklassiker. Etwa das Radeberger Pils oder Kosmetik der Marke Florena. Und auch das Waschmittel Spee ist eine der wenigen ostdeutschen Marken, die sich in den alten Bundesländern mit Erfolg durchsetzen konnte.

"Viele Unternehmenskonstrukte zeigen aber auch, dass die meisten Ostmarken in der Hand von Westunternehmen sind", erklärt Marktforscher Müller. Die Firmen aus den alten Bundesländern merkten bald, die üblichen Marktanteile sind im Gebiet der ehemaligen DDR nicht leicht zu holen. Ostklassiker und neue Ostprodukte sind aber gefragt. So kaufte im Jahr 1992 die bayerische Firma Develey Senf & Feinkost den Ostklassiker Bautz’ner Senf, die Firma Henkel griff zu Spee und Beiersdorf verleibte sich Florena ein. Hinter dem Radeberger Pils steht das Familienunternehmen Dr. Oekter in Bielefeld.



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Inhalt

» Mit der DDR-Mark war am Samstag, den 30. Juni 1990, ...
» Wieso aber können sich einige Marken durchsetzen ...
» Brandenburg: Obst- und Gemüseverarbeitung, ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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