Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2010

Toilettenpapier, feuchtes
Nicht stubenrein

Ein sauberes Gefühl nach dem großen oder kleinen Geschäft, das versprechen uns die Hersteller von feuchtem Klopapier. ÖKO-TEST hat 14 Marken für empfindliche Haut getestet: Die meisten enthalten hautreizende Formaldehyd/-abspalter. Nur drei Marken kommen mit sehr guten Noten durch den Test.
Sie stecken in unscheinbaren weißen, hellblauen oder blassgelben Plastikboxen. Nassfeucht, ineinandergestapelt und weich. Nach den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung ist feuchtes Toilettenpapier in fast jedem vierten Haushalt zu finden. Durchschnittlich rund 6,30 Euro investieren diese Haushalte pro Jahr dafür - und damit ein Viertel dessen, was für Toilettenpapier im Schnitt hierzulande ausgegeben wird.
ÖKO-TEST hat 14 Mal feuchtes Toilettenpapier, das als "sensitiv" ausgelobt ist, eingekauft und auf problematische und umstrittene Inhaltsstoffe überprüfen lassen.
Das Testergebnis
Feuchtes Toilettenpapier ist nichts für den Dauergebrauch. Die meisten Produkte in unserem Test sind durchgefallen. Lediglich fünf Marken erhalten "sehr gute" beziehungsweise "gute" Noten.
Für etliche Marken gibt es Minuspunkte, weil sie Formaldehyd/-abspalter enthalten. Formaldehyd kann bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und hat daher in Produkten für die empfindliche Analregion überhaupt nichts zu suchen. Die Formaldehyd/-abspalter stammen nicht aus der Tränklösung, sondern aus einem Bindemittel, mit dem das sogenannte Airlaidvlies vernetzt wird. Dass sich feuchtes Klopapier auch anders reißfest herstellen lässt, zeigen sechs Marken, die frei von Formaldehyd/-abspalter sind.
Zahlreiche Produkte sind parfümiert, was wir mit einem Minuspunkt quittieren. Problematische Duftstoffe, die etwa Allergien auslösen können, haben wir aber in keinem Produkt nachgewiesen. Auch künstliche Moschus-Verbindungen, die heute bereits unsere Umwelt verseuchen und selbst in Muttermilch nachweisbar sind, steckten in keiner parfümierten Marke.
Als Konservierungsmittel ist im Hakle Feuchte Toilettentücher Sensitive Hypoallergen die Substanz Methylisothiazolinon zugesetzt. Sie ist zwar bis zu einem geringen Gehalt in Kosmetika erlaubt, allerdings handelt es sich bei Methylisothiazolinon eindeutig um ein Kontaktallergen, wie Professor Axel Schnuch, Leiter der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien (IVDK), erklärt. "Die aktuelle Datenlage des IVDK zeigt zwar, dass die meisten Kontaktallergien durch Methylisothiazolinon mit einem berufsbedingten Kontakt dieser Substanz in Zusammenhang stehen. Dennoch ist Methylisothiazolinon in einem Produkt, das den fragwürdigen Anspruch erhebt, hypoallergen zu sein, sicher fehl am Platz."
Zu allem Übel teilte uns die Firma Hakle-Kimberly auch noch mit, der Zusatz "hypoallergen" im Produktnamen bedeute, dass das Toilettenpapier weniger allergische Reaktionen hervorruft und man Inhaltsstoffe vermieden habe, die bekannt dafür sind, allergische Reaktionen auszulösen. Zudem enthielten die Hakle Feuchte Toilettentücher Sensitive Hypoallergen weniger Inhaltsstoffe als die anderen Hakle-Produkte. Ein Vergleich der Zutatenlisten der Marken in unserem Test zeigt dagegen, dass die Hakle-Tücher aus 14 verschiedenen Bestandteilen bestehen - und die meisten anderen Testmarken nur aus acht bis elf.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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