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ÖKO-TEST August 2009
TestBier
Regional schmeckt besser
Bier



Sie zahlen 100 Euro, werden Teilhaber einer Brauerei und bekommen jedes Jahr eine Kiste Bier. Und nach zehn Jahren kriegen Sie Ihre 100 Euro zurück. Dieses Angebot macht Ihnen Jan Opper, Geschäftsführer einer ganz kleinen Brauerei im hessischen Hinterland (das übrigens wirklich so heißt).

Zugegeben: Die Idee klingt ungewöhnlich. Aber ungewöhnlich war auch die Idee, einem Insolvenzverwalter ein soeben bankrottgegangenes Brauhaus abzukaufen. Die Vision der Gründer, die teils gemeinsam die Schulbank gedrückt hatten: Die letzte Braustätte im Landkreis muss erhalten bleiben. Die Rechnung ging auf, seit zwei Jahren fließt das Bier wieder. In einem Umkreis von 35 Kilometern rund um den Brauereischornstein steht es im Getränkemarkt ganz selbstverständlich zwischen den großen Marken - und wird gekauft, weil die Verbraucher vermehrt nach regionalen Produkten fragen.

Dafür, dass traditionelle Marken "von hier" nicht verschwinden, hat auch Michael Ott gesorgt. Im Jahr 2001 waren dem Chef der Schussenrieder Brauerei aus Oberschwaben die Rechte an der über 400 Jahre alten Traditionsmarke Gögginger und der Bio-Marke Binger Lamm Bräu angeboten worden. Für Ott war klar, dass die Marken erhalten bleiben müssen. Ein Dutzend Produkte, darunter ein Öko-Vollmondbier und ein dunkles Bio-Bier mit dem Namen "Schwarzes Schäfle" würde es sonst vielleicht nicht mehr geben.

Aber Traditionspflege kann auch ganz anders aussehen, wie die Brauerei Weldebräu in der Kurpfalz zeigt. Auf ein besonderes Bier, gebraut aus Rohstoffen aus der Region, habe man schon immer großen Wert gelegt, erklärt Geschäftsführer Dr. Hans Spielmann. Das Dumme nur: Im Getränkemarkt habe man das dem Produkt natürlich nicht angesehen. Warum also sollte man dafür mehr ausgeben?

Mitte der 90er-Jahre entschloss man sich zu einem radikalen Schnitt. Dass "Aus Lust und Laune" gebraut wurde - so der Werbeslogan - sollte auch die Verpackung vermitteln: Welde füllte das Bier fortan in eine, von einem Künstler entworfene, spiralartig geschwungene Flasche, die aussieht, als würde sie tanzen. Die neue Pfandflasche war sofort Kult und ist heute mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet. In der ersten Zeit habe es sogar Schwierigkeiten mit dem Rücklauf gegeben, weil viele die leere Flasche als Blumenvase genutzt hätten. Auch die Szenegastronomie und die Veranstalter von Abipartys klopften auf der Suche nach einem coolen Bier zunehmend bei Welde an.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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