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ÖKO-TEST Juni 2009
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Senf
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ÖKO-TEST Juni 2009
» Produkte anzeigen (30)» Testergebnisse abrufen» Heftinhalt [ M0906 ] anzeigen

Eigentlich wollte sie ja einen Springbrunnen bauen. Aus dem Loch in der Mitte des alten Mühlsteins sollte Wasser in den Gartenteich plätschern. Doch als sie in der alten, verstaubten Halle der verlassenen Senfmanufaktur ihrer Vorfahren die Mühlsteine sah, überkam die Gewürzhändlerin Dorothea Terhorst und ihren Mann Matthias Mainz nur ein einziger Wunsch: Einmal noch sollten zwischen den alten Steinen Senfkörner zerquetscht werden, zu jener scharfen gelben Paste, mit der Dorothea Terhorsts Vorfahren von den 20ern bis in die 70er-Jahre ihr Geld verdient hatten. Zumindest ein paar Töpfe zum Verschenken an gute Bekannte wollten sie vollmachen. Das war kurz nach der Jahrtausendwende.

Heute läuft die kleine Produktion in Erkelenz bei Mönchengladbach auf vollen Touren. 60.000 Töpfe Senf werden jedes Jahr abgefüllt und verkauft. Damit gehört die Alte Senfmühle Terhorst zwar zu den ganz kleinen Senfherstellern der Republik, doch längst haben die Mühlsteine die alte Halle verlassen und sind heute Teil einer modernen Gewürzhandlung, an die sich ein kleiner Mühlenladen anschließt. Hier läuft vieles anders als bei den Großen der Branche. Das beginnt schon beim Vermahlen der Senfkörner: Bei Terhorsts wird kalt vermahlen. Das heißt, das Mahlgut darf höchstens 30 Grad warm werden. "Sonst verflüchtigen sich wichtige Aromastoffe", erklärt Mainz. Außerdem wird der Senf hintereinander durch drei Mühlsteinpaare geschickt, was sonst in keiner anderen Senfmanufaktur geschehe. Auch das tue dem Aroma gut.

Über mangelnde Nachfrage können sich die Terhorsts nicht beklagen. Einmal hatte eine große Firma angefragt, ob sie 12.000 Töpfe Senf kaufen könne, als Weihnachtsgeschenk für Kunden und die Belegschaft. Jeder Hersteller hätte sich die Hände gerieben. Terhorsts haben abgelehnt. "Da hätten wir einmal eine große Lieferung gehabt, hätten aber womöglich andere Kunden nicht mehr beliefern können. Das wollen wir nicht", erinnert sich Matthias Mainz. Auch dem Einkäufer einer sehr großen Supermarktkette hatte er dies am Telefon erklären müssen. "Wir waren uns einig, dass man Qualität nicht in unendlich großen Mengen produzieren kann", so Mainz. Außerdem hätte man sich dann von einem einzigen Kunden abhängig gemacht. Stattdessen liefern Terhorsts lieber an Metzgereien, Hofläden und ein paar selbstständige Lebensmittelhändler vor Ort. Auch auf kleinen Erzeugermessen verkaufen sie ihren Senf an Feinkosthändler weiter. Außerdem kommen regelmäßig Besuchergruppen in den kleinen Mühlenladen und lassen sich die Produktion vorführen. "Da wissen die Leute dann, was sie später einkaufen", freut sich Dorothea Terhorst.



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Inhalt

» Eigentlich wollte sie ja einen Springbrunnen bauen. ...
» Natürlich geht es nicht überall so beschaulich ...
» Das Testergebnis - Mit allen ...
» Die Senfhersteller sind machtlos gegenüber ...
» CT findet den Senf-Berliner - Ein ...
» Den Schaden haben letztlich alle: ...
» Eine klare Absage hat ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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