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ÖKO-TEST Juni 2009
TestGrillkohle und Grillbriketts
Glühxgefühle
Grillkohle und Grillbriketts



Lauer Sommerabend, Rauch und Fleischgeruch in der Luft. Wenn es ein spezielles Neidzentrum im menschlichen Gehirn gibt: Die Gerüche vom Kohlegrill kennen den Weg dorthin. Dass Gas- und Elektrogrillgeräte besser für die Gesundheit sein sollen, ist vielen beim Gedanken an diesen Geruch nach Sommer und Freizeit herzlich egal. Nach Schätzungen werden in Deutschland jedes Jahr gut 120.000 Tonnen Grillholzkohle und Grillholzkohlebriketts vergrillt. Hinzu kommen noch Briketts aus anderen Ausgangsmaterialien wie Braunkohle oder Kokosschalen.

Grillholzkohle besteht idealerweise aus hartem Laubholz ohne weitere Zusätze. Nadelholz gilt als anfällig für Funkenflug. Im Verkohlungsprozess werden dem Holz Feuchtigkeit und flüchtige organische Bestandteile weitgehend entzogen und so sein Potenzial, Wärmeenergie zu erzeugen, erhöht.

Die Holzkohle kommt vor allem aus Südamerika und Afrika und wird in Deutschland abgefüllt

Geerntet und verkohlt wird das Holz größtenteils in Südamerika und Afrika. In der Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes für 2008 führt Paraguay die Liste der Länder an, aus denen Holzkohle nach Deutschland importiert wurde. In Europa ist Polen ein großer Lieferant. Anbieter der fertigen Produkte sind aber häufig deutsche Firmen, die die Kohlen und Briketts importieren. In Deutschland werden sie nur noch gesiebt und abgefüllt. Neben kleinen Köhlereien, die eher Museumscharakter haben, gibt es hier lediglich eine einzige Retorte, die im großen Stil Holzkohle produziert. Die Firma Pro Fagus stellt in Bodenfelde im Weserbergland nach eigenen Angaben jedes Jahr bis zu 30.000 Tonnen Grillkohle und Briketts aus Holzkohle her. Die hohen Produktionskosten in Deutschland könne man deshalb stemmen, weil auch alle möglichen Abfälle weiterverarbeitet werden: So findet der bei der Erhitzung ausgetretene Holzessig neue Verwendung als Essigsäure oder Raucharoma.

Pro Fagus wirbt mit "Resthölzern aus deutscher, unbehandelter Buche", auf den Verpackungen vieler anderer Produkte steht "kein Tropenholz". Umweltschützer wie WWF-Waldexperte Johannes Zahnen befürchten, dass die Käufer hier manchmal "verkohlt" werden. "Anders als bei Möbelholz habe ich bei den schwarzen Kohlestücken keine Chance, selbst zu gucken, welche Baumart hierfür gefällt wurde. Ohne einen Nachweis für nachhaltige Forstwirtschaft wie das FSC-Siegel steht der Käufer völlig im Dunkeln." Misstrauen sei angebracht, denn viele importierte Holzprodukte stammten nach wie vor aus illegalen Rodungen. Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC), das für strenge Standards und Kontrollen am Herkunftsort des Holzes steht, tragen erst wenige Grillprodukte.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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