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ÖKO-TEST Kompakt Heuschnupfen
TestAllergiemittel
Die sind ja reizend
Allergiemittel



Es klingt paradox: Allergiemittel können bei empfindlichen Menschen selbst Allergien auslösen. Schuld daran sind die verwendeten Konservierungsmittel. ÖKO-TEST hat insgesamt 68 nicht rezeptpflichtige Mittel zur Behandlung von Allergien testen lassen und bewertet - darunter 24 Augentropfen, 13 Nasensprays und 31 Mittel zum Einnehmen.

Das Testergebnis

—Von den antiallergischen Augentropfen erhalten sieben im Test die Noten "sehr gut" und "gut", fünf schneiden allerdings mit "ungenügend" ab. Bei den antiallergischen Nasensprays stehen sieben "guten" Präparaten zwei "mangelhafte" und drei "ungenügende" gegenüber. Erfreulicher ist das Bild bei den Mitteln zum Einnehmen: 28 untersuchte Medikamente erzielen ein "sehr gut", drei kommen lediglich auf ein "befriedigend" bzw. "ausreichend".

—Loratadin und Cetirizin, die Wirkstoffe in den "sehr guten" Allergiemitteln zum Einnehmen, zählen zu den gut verträglichen Antihistaminika der zweiten Generation. Lediglich drei der 31 untersuchten Antiallergika zum Einnehmen enthalten mit Dimetinden und Clemastin veraltete Wirkstoffe, die müde machen und die Verkehrstüchtigkeit einschränken. Clemastin fällt doppelt negativ auf, da es zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen gehört. In einigen Augentropfen und Nasensprays stecken Azelastin und Levocabastin, die zu den neueren Antihistaminika zählen und in den üblichen Konzentrationen als gut verträglich gelten.

—Die Mehrzahl der getesteten Augentropfen und Nasensprays enthält als Wirkstoff das Natriumsalz der Cromoglicinsäure. Da sich Cromoglicinsäure erst nach längerer Anwendung im Gewebe anreichert, eignen sich diese Mittel eher zur Vorbeugung als zur Behandlung einer akuten allergischen Reaktion. Das Gleiche gilt für Nedocromil. Der Wirkstoff Lodoxamid hingegen wirkt schneller; Mittel, die diese Substanz enthalten, können daher auch im akuten Fall eingesetzt werden.

—In fast allen Augentropfen und Nasensprays steckt Natriumedetat (Edetinsäure/Natriumsalz). Es wirkt indirekt konservierend und beeinflusst möglicherweise die Zellmembran auf ungünstige Weise. Laut ÖKO-TEST-Berater Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz ist dieser Hilfsstoff verzichtbar. Etliche Nasensprays sind mit Benzalkoniumchlorid konserviert. Dieser Stoff wirkt nicht nur allergisierend, sondern kann auch die Nasenschleimhaut zum Teil irreversibel schädigen.

—Beclometasondipropionat im Ratio Allerg Heuschnupfenspray gehört zu den Kortisonabkömmlingen. Diese Substanz sollte erst eingesetzt werden, wenn Antihistaminika oder Cromoglicinsäure die Beschwerden nicht ausreichend lindern. Für Kinder unter zwölf Jahren ist das Präparat nicht geeignet.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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