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ÖKO-TEST Januar 2009
TestJoghurt, probiotisch
KeimTücke
Joghurt, probiotisch



Es gab Zeiten, da wählte man seinen Joghurt einfach nach dem Geschmack aus. Aber das war vor 1995. Denn da brachte Nestlé den probiotischen Joghurt LC1 auf den deutschen Markt. Ein Lebensmittel, das neben dem Geschmack auch einen Beitrag zum Wohlbefinden versprach.

Seitdem gibt es gesunden Joghurt - und noch gesünderen Joghurt. Ein feiner Unterschied, der ein ganzes Marktsegment am Leben hält: Heute führt jeder Discounter Becher und Fläschchen mit probiotischem Joghurt, auf denen eine Stärkung der Abwehrkräfte oder eine bessere Darmaktivität versprochen werden.

Activia und Actimel sind mittlerweile die umsatzstärksten Marken, so das Marktforschungsunternehmen Information Resources. Etwa jeder achte Joghurtbecher, der gekauft wird, ist ein probiotisches Produkt. Bei den Trinkjoghurts machen sie sogar die Hälfte aus - und ganze zwei Drittel des Umsatzes. Ein gigantischer Markt. Für den täglichen Schluck Wohlbefinden hat jeder Deutsche zuletzt pro Jahr rund 7,20 Euro ausgegeben, so die Marktforscher - Tendenz steigend.

Gut angelegtes Geld oder reiner Schmu? Die Meinungen zu probiotischen Joghurts gehen auseinander. Der emeritierte Professor Michael Teuber, der jahrelang am Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gearbeitet hat, ist gegenüber den Produkten und den Versprechungen der Hersteller skeptisch: "Hier wird der Eindruck erweckt, dass man sich so mies ernähren kann, wie man will. Zum Ausgleichen gibt es ja probiotischen Joghurt", sagt er. Kritisch ist der Wissenschaftler auch gegenüber den Untersuchungen, mit denen die Hersteller sich die Wirksamkeit ihrer Produkte bestätigen lassen: "Die Studien werden oft mit viel zu wenigen Teilnehmern durchgeführt", erklärt er. Dies könne man keinesfalls mit den Studien vergleichen, die die Pharmahersteller bei der Zulassung von Medikamenten vorlegen müssten. Auch fehlten in manchen Fällen schlicht Vergleiche mit gewöhnlichem Joghurt. Denn auch der kann laut Teuber im Darm positive Effekte bewirken.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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