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ÖKO-TEST Januar 2009
TestSchnuller
Schnuckelchen
Schnuller



Lukas quengelt, während sich seine Mutter nach acht Stunden im Job gerade mit ihrem Lieblingstee ins Sofa hat sinken lassen. Kurzerhand wird der Dreijährige mit einem Schnuller versorgt. Das beruhigt den kleinen Blondschopf, der sich nun seiner kleinen Schwester zuwendet und auf diese - durch den Schnuller nahezu unverständlich - einredet. Dabei gehört der Dreijährige nach Ansicht von Experten überhaupt nicht zur Zielgruppe der weichen Gummistöpsel. Denn nur die Allerkleinsten soll das Nuckeln und Saugen beruhigen und entspannen, Hochkonjunktur haben Babysauger im ersten Jahr, wenn der Saugreflex stark ausgeprägt ist. Verschwindet dieser mit dem Eintritt in die Kleinkindphase, dann hat eigentlich auch der Nuckel ausgedient.

Verlangt ein Kind im dritten Lebensjahr immer noch oft nach dem Schnuller oder saugt am Daumen, ist es besser, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, es zu trösten oder zärtlich in den Arm zu nehmen. "Spätestens bis zum dritten Lebensjahr sollte der Schnuller abgewöhnt werden", erklärt Dr. Brigitte Blum, Pressesprecherin der Initiative Kiefergesundheit. Denn längeres Nuckeln schadet den Zähnchen, es kann etwa eine Lücke zwischen den Vorderzähnen im Ober- und Unterkiefer verursachen oder einen Überbiss, also Fehlstellungen, die später nur durch eine langwierige Behandlung beim Kieferorthopäden korrigierbar sind.

Niklas und Sarah haben jeden Schnuller, egal ob aus Latex oder Silikon, ob asymmetrisch oder symmetrisch geformt, wieder ausgespuckt. Das war für ihre Mutter, die jetzt wieder halbtags in einem Verlag arbeitet, sehr anstrengend, denn beide Kinder bevorzugten die Brust und ließen sich erst nach einem Jahr abstillen. Doch haben sich Babys erst mal an den Seelentröster gewöhnt - was auf jeden Fall besser ist, als am Daumen zu nuckeln - lässt sich ihre Schnullerkarriere oft nur mit Tricks und Überredung beenden.

Fachleute wie Gerhard Jorch, Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg, raten beim gestillten Kind vom Babysauger ab, da er den Stillerfolg gefährden kann. Mittlerweile mehren sich die Hinweise, dass bei Schnullerkindern das Risiko, am plötzlichen Säuglingstod zu sterben, niedriger ist, wenn sie mit dem Schnuller einschlafen, obschon der Sauger in der Regel kurz nach dem Einschlafen aus dem Mund rutscht. Allerdings sind Kinder, die keinen Schnuller mögen, im Umkehrschluss nicht stärker gefährdet, betont Dr. Mechtild Vennemann vom Universitätsklinikum Münster. Die Gründe, warum Schnuller gegen den plötzlichen Kindstod helfen, sind nicht ganz klar. Möglicherweise fördern sie die Rückenlage, da das Schnullern in Bauchlage unbequem ist. Auch kann es sein, dass der Schnuller die Mund- und Rachenmuskulatur trainiert und so im Schlaf vor einem Atemstillstand schützt und eventuell fördert das Schnullern die Beseitigung von Krankheitserregern im Mundraum und mindert den Reflux, also das Aufsteigen von Mageninhalt in die Speiseröhre, weil es den Speichelfluss anregt, erklärt Kinderarzt Jorch.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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