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ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2009
TestKaschmirtextilien
Das macht uns zu Schafen
Kaschmirtextilien
Pullover, Schals und andere Textilien aus Kaschmir sind edle Geschenke für die Liebsten. ÖKO-TEST hat 31 Textilien aus reinem Kaschmir ins Labor geschickt. Drei Modelle erwiesen sich als echte Mogelpackungen, die bis zur Hälfte aus billiger Schafwolle bestehen.


Kaschmirpullover kann man eigentlich nie genug haben. Gut, dass sie häufig zu echten Schnäppchenpreisen angeboten werden.

Doch ist bei solchen Preisen noch dem Etikett, das mit reinem Kaschmir lockt, zu trauen? Zumindest der Dachverband der Kaschmirverarbeiter (CCMI) ist skeptisch und schätzt, dass weltweit 25 bis 30 Prozent aller Kaschmirsachen falsch deklariert sind.

ÖKO-TEST hat 31 Pullover, Schals, Wolle und Socken aus reinem Kaschmir, die zwischen rund 13 und 260 Euro kosten, eingekauft und sie im Labor daraufhin testen lassen, ob sie wirklich nur aus edlem Kaschmir bestehen.

Das Testergebnis

—Die Qualität der Kaschmirtextilien ist besser als befürchtet: Dennoch wies das von uns beauftragte, anerkannte Fachlabor in drei Textilien mehr als zehn Prozent gewöhnliche Schafwolle nach. Das ist Schummelware.

—Im Studio 28/2 ply Cashmere V-Pullover der Firma Strauss Innovation und im Codello Pashmina Schal steckten mehr als zehn Prozent Schafwolle und der Puro Cashmere V-Pullover enthielt sage und schreibe mehr als 50 Prozent Schafwolle. Diese drei Kaschmirtextilien verstoßen gegen die Textilkennzeichnungsvorschriften. Die erlauben bei Textilien aus reinem Kaschmir gerade mal drei Prozent anderer Fasern wie Schafwolle.

—Wir haben Experten gefragt, ob es sich bei unserem Testergebnis um Zufall handelt oder ob die Situation insgesamt besser geworden ist. Antwort: Zum einem sind die Preise für Kaschmir seit ein paar Jahren stabil. Zum anderen mahnen der Dachverband der Kaschmirverarbeiter (CCMI) und auch Kaschmirtextilienhersteller Anbieter und Mitbewerber ab, die falsch etikettierte Textilien auf den Markt bringen.

—In zwei Pullovern steckten rund fünf Prozent Fasern vom Yak. Das ist nach Meinung von Dr. Kim-Hô Phan vom Deutschen Wollforschungsinstitut bedingt tolerierbar: "Yakgehalte von weniger als zehn Prozent sind eher selten. Meistens werden zehn bis 50 Prozent nicht deklariertes Yakhaar oder noch mehr gefunden."

—Fünf Kaschmirteile enthalten ein oder zwei Prozent Schafwolle oder Synthetik. Diese technischen Verunreinigungen sind akzeptabel.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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