Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2009

Toilettenpapier
Nicht toilerierbar
 | Gut sechs Mal am Tag greifen wir zum Klopapier. ÖKO-TEST hat 21 Marken eingekauft und unter die Lupe genommen: Sieben Produkte aus Altpapier können wir ohne Wenn und Aber empfehlen. |
Die Deutschen verbrauchen rund drei Milliarden Rollen Toilettenpapier pro Jahr, das sind 20 Blatt am Tag zur Reinigung des Allerwertesten. Während in der westlichen Hemisphäre nicht nur das Papier, sondern auch die Toiletten standardisiert sind, erlebt man bei Fernreisen in dieser Hinsicht so manche Abwechslung.
Doch darüber, welche sanitären Zustände Reisende in fernen Ländern antreffen, schweigen die meisten Reiseführer dezent. Nicht so die Lonely-Planet-Guides, die kein Blatt vor den Mund nehmen und konsequent über die Toilettenstandards aufklären. In vielen Ländern gibt es übrigens in öffentlichen Klos kein Toilettenpapier, daher sollte man davon in der Fremde immer einen kleinen Vorrat mit sich führen.
Wir haben 21 Marken Toilettenpapier eingekauft, auf Inhaltsstoffe analysieren lassen und im Labor einem Praxistest unterzogen. Gab es bei den Eigenmarken die Wahl, haben wir bevorzugt Produkte aus Altpapier eingekauft.
Das Testergebnis
—Sieben Marken aus Altpapier können wir ohne Einschränkungen empfehlen, 13 Produkte erhalten noch die Note "gut" und nur die Marke Bess Classic geht mit einem "befriedigend" aus dem Test.
—Das AS Super Soft, das Charmin Wolkenweiß, das Müller Toilettenpapier, das Zewa Moll Comfort und das Bess Classic sind aus Zellstoff hergestellt, der aus frischen Holzfasern gewonnen wird: Dafür gibt es einen Minuspunkt, denn das ist die reinste Verschwendung wertvoller Rohstoffe und von Energie, außerdem belastet es die Abwässer stärker. Die meisten Discounter, Supermärkte und Drogerieketten haben neben den Zellstoffprodukten aber auch Recyclingprodukte im Sortiment. Sie sind in der Regel am Blauen Engel erkennbar oder an einer Angabe wie 100 Prozent Recyclingpapier. Manche Hersteller verzichten aber auf Infos zum Material. In der Regel handelt es sich dann um Produkte aus 100 Prozent Zellstoff. Nur Hakle-Kimberly teilte uns auf Anfrage mit, dass ihr Hakle Super Vlaush Weiß aus reinem Altpapier besteht. Übrigens: Kein gutes ökologisches Argument ist der Verweis darauf, dass die Holzfasern aus zertifizierten Wäldern, etwa mit FSC-Siegel, stammen. Dieses Holzsiegel garantiert zwar ökologischen Anbau und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen, aber Toilettenpapier aus solchen Fasern ist eben auch nicht recycelt.
—Optische Aufheller kritisieren wir in keinem Toilettenpapier, denn die Weißmacher stammen aus dem Altpapier. Ein Einsatz von Aufhellern in Recyclingprodukten ist nach den Anforderungen für den Blauen Engel zudem verboten. Das Bess Classic erhält wegen umstrittener halogenorganischer Verbindungen eine Abwertung.
—In der Praxis schneiden elf Marken mit "gut" ab und neun mit "befriedigend". Nur das Happy End 100 % Extra Weisses Recyclingpapier erhielt ein "ausreichend" im Praxistest, denn es riss trocken und nass vergleichsweise leicht ein und war zudem wenig saugfähig. Als sehr stabil im Gebrauch sowie sehr reißfest im trockenen Zustand erwiesen sich dagegen das Alouette Recycling von Rossmann, das Danke Toilettenpapier, das Vitess von Aldi Nord, das Katrin Toilet 250 und das AS Super Soft von Schlecker. Einmal nass geworden, war aber nur das Charmin Wolkenweiß mit Abstand sehr robust. Diese Marke sticht zudem durch ein besonders hohes Wasseraufnahmevermögen hervor.
—Lässt sich der Anfang der Rolle gut greifen, die Verklebung des ersten Blattes leicht lösen oder reißt das Papier beim Lösen etwa ein? Dies prüften jeweils fünf Tester bei jeder Marke und attestierten den meisten Marken "sehr gute" und "gute" Noten. Allein das Dauna Soft Recycling von Norma und das Happy End 100 % Extra Weisses Recyclingpapier von Penny schnitten hier nur mit "befriedigend" ab.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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