Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2009

Seifen, Luxus
Ein starkes Stück
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Ob "Zimt-Zicklein" oder "Schokoschäfchen", "Café-Joghurt-Torte" oder andere lecker aussehende Stücke mit Ingwer, Orange, Karamell, Honig oder auch Tomate: Seifen mit Essenzen aus der Küche sind hip. Genauso beliebt sind klassische Aromen wie Lavendel, Rosmarin, Minze, Rose oder Jasmin. Wohlriechende Luxusseifen verströmen monate-, manchmal jahrelang ihren exotischen, fruchtigen oder blumigen Duft. Dazu wirken sie edel und kostbar, manche kommen auch witzig und bunt in Form von Nahrungsmitteln daher. Mit einem Wort, sie sind zum Anbeißen und gerade wieder sehr trendy.
Wie bei anderen Kosmetikprodukten gilt auch für Seifen: Es werden Namen und Image verkauft. Anders ist es nicht zu erklären, warum einige Seifen in unserem Test mehr als 20 Euro kosten. Wohlgemerkt das Stück. Zu dieser Preisklasse gehören etwa die Seifen von Lancôme oder Yves Saint Laurent. Dagegen liegen die günstigsten Luxusseifen bei Stückpreisen von circa zwei bis drei Euro.
Wir haben insgesamt 27 feste Seifen in der Parfümerie, Drogerie, Apotheke und im Naturwarenladen eingekauft. Sie werden häufig passend zu einem bekannten Parfüm angeboten. Wir haben die Stücke auf bedenkliche und problematische Inhaltsstoffe überprüfen lassen.
Das Testergebnis
—Zehn Marken sind wirklich Luxus: Sie erhalten die Note "sehr gut", darunter die zertifizierte Naturkosmetik von Weleda und L’Occitane. Doch ebenso viele Seifen fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch: Sie stecken voller umstrittener oder bedenklicher Inhaltsstoffe.
—Das größte Problem sind die Düfte: Zehn Seifen enthalten polyzyklische Moschus-Verbindungen in ungewohnten, extrem hohen Mengen. Diese künstlichen Duftstoffe sollen das Duftstoffgemisch in den Rezepturen abrunden und die zugesetzten Duftkomponenten stabilisieren. So sorgen sie dafür, dass die Seife lange riecht. Doch polyzyklische Moschus-Verbindungen reichern sich nicht nur im Körper und in der Muttermilch an. Damit nicht genug: In zwei Produkten wurden Nitromoschus-Verbindungen nachgewiesen.
—Viele Seifen enthalten Duftstoffe, die Allergien auslösen können, etwa Isoeugenol, Hydroxycitronellal oder Lyral. Doch in diesem Test fanden wir auch Baummoos- und Eichenmoosextrakt, die zu den sehr potenten Allergenen zählen.
—Vier Seifen enthalten halogenorganische Verbindungen, eine umstrittene Gruppe von Stoffen. Viele gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an.
—In einem Drittel der Proben hat das beauftragte Labor Diethylphthalat (DEP) nachgewiesen. Der Stoff wird unter anderem eingesetzt, um Parfüm zu stabilisieren. DEP kann aber von der Haut aufgenommen werden und ihren Schutzmechanismus beeinflussen. Außerdem stehen Phthalate im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken.
—Sechs der Testkandidaten enthalten zudem PEG/PEG-Derivate. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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