Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2009

Deos
Stink normal!
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Das Schwitzen ist unsere natürliche Klimaanlage. Eine gute Sache also. Trotzdem wird jeder Tropfen, der sich durch das T-Shirt an die Öffentlichkeit drückt, als unangenehm empfunden.
Wir haben fast 100 Deos, Sprays und Roller, eingekauft. Manche versuchen, Schweiß gar nicht erst aufkommen zu lassen, andere wollen die Bakterien, die zur Geruchsentwicklung führen, in Schach halten, die meisten setzen auf Duftstoffe, die den unangenehmen Geruch überdecken sollen. Aber was wirkt besser? Wir haben die Hersteller gebeten, uns Studien zur Wirkung ihrer Produkte zu senden. Darüber hinaus ließen wir die Deos auf problematische und umstrittene Substanzen untersuchen.
Das Testergebnis
Etliche Stoffe, die effektiv gegen Schweiß oder schweißzersetzende Bakterien wirken, bergen gesundheitliche Risiken. Ein solcher Stoff ist der aggressive Bakterienkiller Triclosan. Er steckt in sieben, zumeist hochpreisigen Deos aus der Parfümerie, von A wie Aqua di Gio bis V wie Vanderbilt sowie im Felce Azzurra Deo Spray Classic. Was Wissenschaftlern an der Substanz Sorge bereitet, ist, dass Triclosan durch eine weite Verbreitung zu Antibiotikaresistenzen bei Bakterien führen und dafür verantwortlich sein könnte, dass auch medizinisch notwendige Antibiotika nicht mehr funktionieren. Wir werten Triclosan deshalb um vier Stufen ab.
Wirksam, aber nicht ohne Risiko sind auch Aluminiumsalze, mit denen über 50 Deos ausgestattet sind. Aluminiumsalze verengen die Schweißkanäle und sorgen so dafür, dass man gar nicht erst so richtig ins Schwitzen gerät. Doch dadurch können sie die Haut reizen.
Das dritte Wirkprinzip von Deos ist es, den schlechten Geruch durch Parfüm zu übertünchen. Doch nicht alles, was gut riecht, ist auch wirklich gut. 14 Deos, hier sind wieder die teuren Produkte aus der Parfümerie genauso stark vertreten, enthalten polyzyklische Moschus-Verbindungen. Doch diese Verbindungen reichern sich im Körper und in der Muttermilch an, von einigen ist eine hormonelle Wirkung bekannt. In Murnauers Mineral Achsel Geruch Stopp, Zerstäuber und Vanilla by Bettina Barty Roll-On Deodorant steckt darüber hinaus noch die Nitromoschus-Verbindung Moschus Keton, ein Duftstoff, der in Kosmetika nur noch in eingeschränkten Konzentrationen zugelassen ist.
Duftstoffe können auch zum Problem werden, wenn sie Kontaktallergien hervorrufen und die empfindliche Haut in den Achselhöhlen mit Juckreiz, Rötungen oder Bläschen reagiert. Als ganz besonders potente Allergene ordnet der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken Eichenmoosextrakt und Isoeugenol ein, die in sieben Deos enthalten sind.
Immer wieder ein Ärgernis: Diethylphthalat (DEP). Diese Substanz wird in Deos eingesetzt, um den Alkohol zu vergällen und um die Duftstoffe zu fixieren. Das ist technisch praktisch, aber gesundheitlich umstritten. Denn Diethylphthalat beeinflusst den Schutzmechanismus der Haut
Viele Deos enthalten Silikone/Paraffine/Erdölprodukte. Die Toxikologie dieser Stoffgruppe ist bis heute wenig erforscht. Die EU-Kommission hat Herstellern nun eine Prüf- und Informationspflicht für verschiedene Stoffe auferlegt, darunter auch Decamethylcyclopentasiloxan, kurz D5, das in etlichen von uns getesteten Deos nachgewiesen wurde. Die EU will klären, ob der Stoff als "PBT" einzuordnen ist, als persistenter, bioakkumulativer und toxischer Stoff, der sich in der Umwelt anreichert und dessen Wirkung auf den Menschen schwer abzuschätzen ist. Das Umweltbundesamt bewertet dieses Siloxan schon jetzt als PBT.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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