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Bio-Ware von Discountern



Plus war der erste Discounter und danach lange auch der einzige, der unter der Eigenmarke BioBio kontrolliert ökologische Produkte im Sortiment hatte. Das Angebot ist inzwischen ordentlich gewachsen. Aldi, Lidl und Co. sind mittlerweile mit Bio-Eigenmarken nachgezogen. Auch Supermärkte wie Tengelmann oder Edeka haben Bio-Marken im Angebot. Da der Lebensmittler Rewe sein Angebot zwischenzeitlich von der Marke Füllhorn auf Rewe Bio umgestellt hat, konnten diese Produkte nicht berücksichtigt werden.

Früher gehörte zur Bio-Philosophie sowohl bei Kunden als auch bei Landwirten vor allem Idealismus und Überzeugung. Aufseiten der Kundschaft ist das Hauptmotiv inzwischen Genuss und Gesundheit; aufseiten der Produzenten vor allem Geschäftsinteressen. Das ist nicht verwerflich, allerdings wächst mit der Größe des Marktes auch die Gefahr, dass die Grundideen der Bio-Branche, naturbelassen, regional, sozialverträglich und rückstandsfrei zu produzieren, auf der Strecke bleiben könnten. Viele fragen sich, ob man dem Billig-Bio, das sehr häufig nach den Mindeststandards der EG-Öko-Verordnung produziert wird, trauen kann. Die Richtlinien der deutschen Anbauverbände sind meist sehr viel strenger.

Wir wollten es genau wissen und haben 64 Bio-Lebensmittel aus neun Produktgruppen in Discountern und Supermärkten eingekauft und auf Schadstoffe sowie auf bio-spezifische Parameter prüfen lassen.

Das Testergebnis

Die Analyse-Ergebnisse fallen gar nicht schlecht aus: Kaffee, Mehl, Spaghetti und Brotbackmischungen bestanden den Test ausnahmslos mit "sehr gut", kleinere und größere Mängel gibt es aber in rund einem Drittel der Produkte zu beanstanden. Mittelmäßige Noten vergaben wir selten - in den Produktgruppen Milch und Weichkäse kommen sie aber auch vor.

Für eine Überraschung sorgte die Untersuchung der gesunden Omega-3-Fettsäuren. Zwar liegt das Gros der Messwerte im Bereich von 1,0 bis 1,3 Gramm (g) pro 100 g Fett, doch zwei Milchproben und vier Weichkäse enthalten mit 0,7 bis 0,8 g pro 100 g Fett deutlich weniger und liegen damit lediglich im Bereich vieler konventioneller Produkte. Eigentlich hatten wir bei Bio-Produkten mit höheren Werten gerechnet. Schließlich stehen Bio-Kühe noch auf der Weide und fressen viel Gras - so immerhin die landläufige Vorstellung -, und das treibt die Omega-3-Fettsäuren nach oben. In Ackerbauregionen ist der Weidegang allerdings kaum möglich und auch nicht zwingend vorgeschrieben. Wenn die Tiere ausreichend Grünfutter zu fressen bekommen, könnte der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren jedoch trotzdem entsprechend hoch sein.

Nicht immer zum Besten stand es um den Geschmack der Bio-Milchprodukte. So wies die Milch häufiger einen "leicht kartonartigen" Geschmack auf. Probleme mit der Frische hatten hingegen einige Naturjoghurts. Bei der Butter hätten zwei Produkte nach Auffassung der Sensorikexperten sortentypischer riechen und schmecken können.

Noch schlechtere Noten bekamen einige Weichkäse. Der Bio-Käse von Netto etwa roch und schmeckte ziemlich stark nach Ammoniak. Ammoniak entsteht bei der Reifung von Weichkäse. Das sollte sich innerhalb der Mindesthaltbarkeit aber in Grenzen halten.

Ansonsten konnten die Milchprodukte überzeugen: Gesundheitsgefährdende Schadstoffe wurden nicht gefunden. Erfreulich gut schnitten alle Bio-Milchprodukte auch in puncto Hygiene ab.

Im Prima Bio Bio-Kräutertee, Aufgussbeutel stecken leicht erhöhte Mengen des Pestizidwirkstoffs Carbendazim, der häufig gegen Pilzbefall eingesetzt wird.

In einem von neun Tiefkühlgemüsen - im Grünes Land Bio Sommergemüse von Real - steckten Pestizidrückstände. Der Wert ist nicht hoch, liegt aber über dem Bio-Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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