Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 7: 2008
Vor allem junge Kassenpatienten misstrauen dem Gesundheitsschutz der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und wollen sich verstärkt zusätzlich versichern. Zu diesem Ergebnis kommt der Kundenkompass Zusatzversicherungen, den die Gothaer Versicherung aus Köln erstellt hat. Bislang haben rund 45 Prozent der befragten GKV-Mitglieder mindestens einen privaten Krankenzusatztarif abgeschlossen.
Seit es den gesetzlichen Kassen erlaubt ist, private Zusatzversicherungen zu vermitteln, können sich deren Mitglieder kaum vor scheinbar lukrativen Offerten retten. "Solche Tarife sind aber nicht immer sinnvoll", warnt Niels Nauhauser, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Häufig gibt es am freien Markt bessere Angebote. Vor allem wenn es um Kombitarife mit breitem Leistungsspektrum geht. Sinnvoller sind in der Regel einzelne Bausteine.
Ingesamt haben wir 50 stationäre und 36 ambulante private Zusatzpolicen in jeweils acht Modellfällen untersucht - also 688 Tarife und Tarifvarianten. Da nur private Krankenhaustarife ausgewählt wurden, die auch eine Chefarztbehandlung vorsehen, wurden in dieser Tabelle nur die Ränge eins bis vier vergeben. Tarife ohne Chefarztbehandlung wurden nicht in den Test aufgenommen. Solche schwachen Tarife sind - entgegen Empfehlungen von Verbraucherschützern - eigentlich unbrauchbar. Berichte von Patienten zeigen, dass man mit solchen Tarifen oft an den Mühlen der Krankenhausverwaltung scheitert. Wer nämlich ohne Chefarztbehandlung eine bessere Unterbringung einfordert, muss immer wieder erleben, dass gerade kein Zimmer frei ist. Außerdem haben wir insgesamt 40 Zahnzusatzpolicen in jeweils acht Modellfällen untersucht - also 320 Tarife und Tarifvarianten. Neben 65 Kombitarifen haben wir auch acht Solo-Zahn-Tarife erst gar nicht in den Test aufgenommen, weil sie nicht für Implantate und Inlays leisten und somit einen eher rudimentären Zahnschutz bieten.