Testberichte aus dem Archiv

Apothekenkosmetik
Kein gutes Rezept
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Früher war der Gang zur Apotheke fast ein bisschen unheimlich. Schließlich erwartete einen düstere Beleuchtung, dunkles Holz, Porzellangefäße mit lateinischer Aufschrift und ein mürrischer älterer Herr, der einen über den Rand seiner Lesebrille scharf anblickte. Moderne Apotheken wirken dagegen hell und freundlich, viele Apotheker wissen längst, wie man Service schreibt, und statt dunkler Schränke hinter Thekenbastionen finden sich offene, gut ausgeleuchtete Regale, gefüllt mit schicken Kosmetikartikeln. So manche Apotheke gleicht inzwischen einer Parfümerie oder Drogerie. Medikamente scheinen - zumindest optisch - eine Nebenrolle zu spielen.
Gut fürs Image
Rund 800 Millionen Euro Umsatz erzielten Apotheken im Jahr 2007 mit Kosmetik- und Körperpflegeprodukten, Hygieneartikel und Sonnenschutz mit eingerechnet. Dies entspricht zwar nur rund zwei Prozent des gesamten Apothekenumsatzes. Dennoch hat der Verkauf von Kosmetika einen hohen Stellenwert. Er ist gut fürs Image, bringt neue Kunden in die Apotheke und steht eigentlich im Einklang mit der heilberuflichen Aufgabe eines Apothekers, sich auch um die Haut der Menschen zu kümmern. Wer unter Hautkrankheiten oder Allergien leidet, sollte in der Apotheke eigentlich gut beraten sein. Der Apotheker kann zum Beispiel mit den Stoffen, die im Allergiepass genannt werden, etwas anfangen und gezielt Produkte auswählen, die diese Substanzen nicht enthalten.
Doch in Apotheken sind nicht nur Spezialprodukte für kranke oder allergiegeplagte Haut erhältlich, sondern immer mehr Cremes und Lotionen, die genauso gut in der Parfümerie oder Drogerie stehen könnten: Stark parfümierte Produkte, Augencremes, die Falten verschwinden lassen sollen, Anti-Cellulite-Lotionen, Anti-Aging-Cremes - kurzum das ganze Programm. Der kleine, feine Unterschied: Wenn Wirkversprechen in der Apotheke gemacht werden, hat das für viele Verbraucher mehr Gewicht als bei Produkten aus der Drogerie. "Vor einiger Zeit kam eine Kundin zu mir, völlig verzweifelt", erzählt Suzana Cieluch, die als Kosmetikerin in der Frankfurter Apotheke im Hauptbahnhof arbeitet. Die Kundin benutzte eine Augencreme aus der Apotheke, die versprach, die Faltentiefe in zwei Wochen um 40 Prozent zu reduzieren. Der Grund für die Verzweiflung war nicht etwa eine böse Unverträglichkeitsreaktion. Nein, der Grund war: Die Augenpartie der Kundin sah nach Wochen der Anwendung genauso aus wie vorher. "Gerade in der Apotheke muss klar werden, dass Kosmetik ihre Grenzen hat", fordert Suzana Cieluch. "Die Kunden kommen mit einem ungeheuren Vertrauen hierher, dieses Vertrauen darf man nicht verspielen." Auch Dr. Joachim Kresken, Inhaber einer Apotheke in Viersen und Vorsitzender der Gesellschaft für Dermopharmazie sieht überzogene Wirkversprechen kritisch: "Wirkversprechen, die wissenschaftlich nicht belegt sind, erschweren die Hautberatung in den Apotheken und sind kontraproduktiv für deren Ansehen."
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- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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