Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 10: 2008
In wenigen Stunden richtete der Sturm Kyrill in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 in Deutschland rund zwei Millionen Schäden an. Oft fielen Bäume in die Häuser und beschädigten sie schwer. In wenigen Minuten wurde das nordrhein-westfälische Krefeld Anfang Juni 2008 zum Hagelopfer. Teilweise fielen tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel, durchschlugen Fenster und Hausdächer. In der gleichen Zeit überflutete Starkregen in Baden-Württemberg und Hessen eine riesige Zahl von Kellern. In der Pfalz fielen Ende Juli 2008 örtlich mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Wetter spielt immer mehr verrückt. Vor allem betroffen: Hausbesitzer.
Neben Stürmen sorgen Brände für Totalschäden. Zu rund 230.000 privaten Hausbränden rückt die Feuerwehr jährlich aus. "Selbst wenn keine tragenden Teile betroffen sind und nur ein Zimmer saniert werden muss, kann das schon Kosten von mehr als 15.000 Euro mit sich bringen", so Beate Jansen, öffentlich bestellte Brandgutachterin aus Ulm. Da spielt die Qualität der Versicherung eine wichtige Rolle.
Die Wohngebäudeversicherung schützt vor allem vor Schäden durch Feuer, Sturm ab Windstärke acht, Hagel, Blitzschlag oder Explosion und Leitungswasser. Versichert sind nicht nur das Gebäude, sondern alle mit ihm fest verbundenen Gegenstände, von der Außenmarkise bis zu den Tapeten oder den Teppichböden sowie Garagen, Carports oder Gartenhäuschen.
Wohngebäudeversicherungen gibt es von den meisten Anbietern mittlerweile in mehreren Leistungsvarianten. Doch was die Versicherer in diese Tarife hineinpacken, ist höchst unterschiedlich. Die Suche nach der optimalen Gebäudepolice endet für die bundesweit 19 Millionen Kunden daher rasch im Bedingungs- und Tarifdschungel - also im "Kleingedruckten". Zwar schützt jede Versicherung gegen die Megagefahren Feuer, Sturm und Leitungswasserschaden.
Doch schon wenn ein Funke aus dem Kamin springt, kann es Vertragslücken geben, die horrende Zahlungen aus der eigenen Tasche notwendig machen. Andererseits gibt es unnötigen Schnickschnack, etwa den Ersatz von Sträuchern, den Schutz vor dem Anprall eines Fahrzeugs oder vor dem Überschallknall eines Düsenjets.