Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 10: 2008
PVC-Bodenbeläge können schrumpfen. Das liegt zum einen am Austreten der Weichmacher, zum anderen sind es produktionsbedingte Spannungen, die vorab nicht ausreichend abgebaut wurden. Unser Fachmann Torsten Grotjohann vom Institut für Fußbodenaufbau (Iff) in Koblenz war vom Testergebnis jedoch positiv überrascht. Allerdings gab es einen Ausreißer: Der Balalux von Tarkett ist für ihn "inakzeptabel", denn er schrumpft in Herstellungsrichtung (längs) um mehr als ein Prozent - weit mehr, als nach Norm erlaubt ist. Bei einer Raumtiefe von fünf Metern sind das schon fast sechs Zentimeter, dieses Minus können auch die Sockelleisten am Rand nicht mehr überdecken. Grenzwertig ist der Dunloplan Crystal Plus, der mit 0,25 Prozent Schrumpfung gerade noch die Norm für Trockenfugenverlegung erfüllt. In Querrichtung dehnt er sich aber - wie auch der Balalux - über das erlaubte Maß hinaus aus, was zu Wellen oder Aufkanten an den Stößen und damit zu Stolperfallen führen kann.
Außerdem haben wir untersuchen lassen, ob sich die Bodenbeläge elektrisch aufladen können, wenn eine Reibung erfolgt. Das passiert beispielsweise, wenn man mit Kunststoffsohlen oder Socken darauf herumläuft und natürlich durch krabbelnde Kinder: Sechs Bodenbeläge können sich so stark aufladen, dass sich die Aufladung wahrscheinlich auch nach etlichen Stunden noch nicht abgebaut hat, sodass es zu einer Dauerbelastung des Raums kommt.
So reagierten die Hersteller
Debolon wollte bis Mitte 2008 zinnorganische durch schwermetallfreie Stabilisatoren ersetzen. Restbestände befinden sich aber noch im Handel. Phosphororganische Verbindungen würden im Debolon Live PU nicht eingesetzt; der Bodenbelag könnte bei der Produktion verunreinigt worden sein.
Objectflor gibt an, weder PAK noch Dibutylzinn einzusetzen. Die Schwermetalle seien auf das eingesetzte Recyclingmaterial zurückzuführen.
Dunloplan macht Recyclingmaterial für den Gehalt an Dibutylzinn verantwortlich.