Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 10: 2008
Parkett war als hochwertiger und edler Bodenbelag nie bestritten, auch wenn Laminat ihm jahrelang den Rang abgelaufen hat. Heute schätzen jedoch wieder mehr Menschen die Vorzüge des Holzes. Die Nachfrage nach Parkett steigt, wobei die gute, alte Eiche wieder fast so beliebt ist wie Buchenholz, das jahrelang die Hitliste anführte.
Das Fertigparkett wird mit unterschiedlichen Oberflächen angeboten: Es ist entweder lackiert oder geölt, wobei es hier unterschiedliche Möglichkeiten gibt: Ein mit Naturölen eingelassenes Parkett braucht meist noch eine Endbehandlung, eine weitere Einölung nach dem Verlegen. Dagegen sind sogenannte UV-geölte Oberflächen meist wohnfertig. Sie werden industriell mit intensivem UV-Licht ausgehärtet. Ein solcher Bodenbelag darf nicht mit einem Naturöl nachbehandelt werden. Geöltes Holz wirkt nicht nur sehr natürlich, sondern ist auch atmungsaktiv. Es hat den Vorteil, dass kleine Beschädigungen einfach ausgebessert werden können. Die Oberfläche bleibt lange schön und muss seltener abgeschliffen werden als eine lackierte, die leichter verkratzt.
Besonders gefragt sind zur Zeit die großen Formate der Landhausdielen, deren Deckschicht aus einer ungeteilten Fläche besteht. Diese Dielen oder das traditionelle Schiffsbodenformat kauften wir 18 Mal als Fertigparkett in Eiche natur mit geölter Oberfläche im Fachhandel oder in Baumärkten ein, um es auf problematische Inhaltsstoffe untersuchen zu lassen. Dabei interessierte uns vor allem, ob Verbindungen ausgasen und die Dicke der Eichenholznutzschicht.
Das Testergebnis
Fast die Hälfte des Testfeldes schneidet mit "sehr gut" und "gut" ab. Danach folgt ein großes Mittelfeld. Lediglich zwei Fertigparketts sind nur "ausreichend". Die Spitzenreiter kommen von Osmo und Weitzer Parkett.
Wir haben die Nutzschichtdicke an mehreren Brettern einer Packung jeweils an zehn Punkten messen lassen. Wenn sie im Durchschnitt um mehr als 0,2 Millimeter unterschritten wurde, halten wir dies für eine Verbrauchertäuschung. Grundsätzlich sollte die Nutzschichtdicke mindestens 3,5 Millimeter betragen. Viele Modelle liegen deutlich darunter.