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ÖKO-TEST Mai 2008
TestKrankenkassen, Wahltarife
Keine Qual
Krankenkassen, Wahltarife



So dreist hat selten jemand versucht, uns hereinzulegen. Mit rechtsverbindlicher Unterschrift des Vorstandsprechers erklärte die Securvita BKK, sie biete einen Wahltarif, mit dem alle Versicherten bis zu 600 Euro im Jahr sparen können.

Auch in ihrer Mitgliedszeitschrift Securvital pries die Kasse ihr "faires Angebot". Das unfaire Problem: Der Tarif wurde von der Aufsichtsbehörde, dem Bundesversicherungsamt, gar nicht genehmigt.

Daher könnte die Securvita nun Ärger mit der Aufsicht bekommen. "Wir prüfen derzeit, ob die Äußerungen der Betriebskrankenkasse Securvita zu ihren Wahltraifen unbefangene Leser in die Irre führen können, denn ein beantragter Selbstbehaltstarif wurde von uns Ende März nicht genehmigt, weil wesentliche Inhalte bei der Regelung gefehlt haben", so Theo Eberenz, der Sprecher des Amtes.

Aufgefallen war uns die Securvita, als wir ihre Werbung und die ÖKO-TEST gegenüber gemachten Angaben mit der Satzung abgleichen wollten. Dort müssen genehmigte Wahltarife nämlich aufgeführt werden.

Für andere Leistungen, die Krankenkassen erbringen dürfen, gilt das nicht. Hier müssen sich die Versicherten auf die Auskünfte und Zusagen ihrer Kasse verlassen können. Da das bei der Securvita offensichtlich nicht der Fall ist, haben wir die Kasse aus dem gesamten Test - der erste Teil Wahltarife erscheint in diesem Heft, der Leistungsvergleich folgt im Juni - gestrichen.

Insgesamt hat die AFW Dienstleisungs GmbH (www.gesetzlicheKrankenkassen.de) im Auftrag von ÖKO-TEST 165 gesetzliche Krankenkassen mit einem dicken Fragebogen angeschrieben und um Auskunft über ihre Leistungen gebeten - und um eine rechtsverbindliche Unterschrift. 118 Kassen mit über 70 Millionen Versicherten haben uns geantwortet.

Die Gesundheitsreform erlaubt den Krankenkassen, vier unterschiedliche Wahltarife einzuführen. Nur mit zweien, den Selbstbehalts- und den Beitragsrückgewährtarifen, können Versicherte Geld sparen. Kostenerstattungs-tarife dagegen sparen - anders als der Begriff vermuten lässt - nicht, sondern kosten zusätzlich. Denn die Versicherten werden beim Arzt wie ein Privatpatient behandelt und bekommen von der Kasse die Rechnung erstattet - allerdings nur teilweise. Auch wer sich alternative Heilmethoden oder Medikamente bezahlen lassen will, muss selbstverständlich tiefer in die Tasche greifen. Solche Tarife haben wir daher nicht berücksichtigt.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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