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ÖKO-TEST Mai 2008
TestKrankenversicherungen, privat, Tarifwechsel
Weniger Beitrag, mehr Leistung
Krankenversicherungen, privat, Tarifwechsel



Mehr Leistungen bei geringen Kosten - mit diesem Versprechen haben die privaten Krankenversicherungen in den vergangenen Jahren vorzugsweise junge Gutverdiener in die private Krankenversicherung (PKV) gelockt. Das vermeintliche Sparmodell kann jedoch schnell zur Kostenfalle werden: Die Beiträge der Privaten steigen deutlich schneller als im gesetzlichen System.

Das Problem: Während Kassenpatienten nach einer Beitragserhöhung problemlos zur Konkurrenz abwandern können, sind Privatpatienten meist die Hände gebunden. Bei einem Wechsel des Versicherers gehen derzeit noch alle Altersrückstellungen verloren, die der Kunde angespart hat. Zudem müssen sich Wechselwillige beim neuen Versicherer erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Vor allem älteren Versicherten mit Vorerkrankungen drohen dann Risikozuschläge oder gar eine Ablehnung des Versicherers. Das soll sich 2009 ändern. Dann müssen die privaten Kassen den neuen brancheneinheitlichen Basistarif ohne Gesundheitsprüfung einführen. Mit dessen Hilfe können auch Altversicherte im ersten Halbjahr 2009 die Gesellschaft wechseln. Die ersparten Altersrückstellungen können aber nur von Basis- zu Basistarif mitgenommen werden. Wer beim neuen Versicherer einen höherwertigen Schutz anstrebt, muss daher zu einem kleinen Trick greifen und kann einen Teil seiner Altersrückstellungen retten: Er wechselt zunächst in den Basistarif seiner bisherigen Gesellschaft, steigt von dort in den Basistarif seines Wunschunternehmens um. Das geht ohne Probleme. Anschließend beantragt er dann die Aufnahme in einen höheren Tarif. Für dieses Upgrading muss er sich allerdings auch 2009 einem Gesundheitscheck unterziehen. Altgediente Privatkunden werden daher nur begrenzt von den neuen Öffnungsklauseln in der PKV profitieren. Für viele bleibt der Kassenwechsel weiterhin ein Verlustgeschäft. Trotzdem müssen sie steigende Beiträge nicht tatenlos hinnehmen. Bestandskunden können ihre Beitragslast auch bei ihrer derzeitigen Kasse optimieren - indem sie entweder einen höheren Selbstbehalt vereinbaren oder auf einen Paralleltarif ihres Versicherers umsteigen. Viele bringen nämlich regelmäßig neue Tarife auf den Markt, um für Neukunden attraktiv zu bleiben. Diese Chance können Altkunden nutzen. "Solange der neue Tarif nicht mehr Leistungen als der alte bietet, können sie umsatteln und dabei auch ihre Altersrückstellungen erhalten", weiß Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Sogar Mehrleistungen sind kein Hinderungsgrund, auch wenn einige Kassen so argumentieren. Versicherungsberater Rüdiger Falken: "Mehrleistungen im neuen Tarif kann man ausschließen und trotzdem umsteigen. Das ist im Gesetz garantiert." Auf dem Silbertablett werden attraktive Wechselmöglichkeiten den Kunden allerdings höchst selten präsentiert. Wer mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis seines Tarifs unzufrieden ist, muss daher selbst aktiv werden, von seinem Versicherer ein Umstellungsangebot anfordern und darf sich auch nicht abwimmeln lassen. Denn alle Kunden haben ein gesetzlich verbrieftes Recht auf den Tarifwechsel. Versicherten ab Alter 60 muss die Assekuranz sogar von sich aus auf günstige Alternativtarife hinweisen.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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