ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2008
Schwarz gefleckte Silikonfugen rund um Duschwannen kennt fast jeder. Viele Mieter oder Eigentümer erneuern diese Fugen selbst. Wir wollten wissen, welche Schadstoffe in dem Material stecken und ob die Materialien wirklich überwiegend aus Silikon bestehen oder möglicherweise gestreckt wurden.
Das Testergebnis
Nur ein Produkt, der Hornbach Sanitär-Silikon, schneidet "gut" ab, alle anderen sind schlechter.
Die Konzentrationen an zinnorganischen Verbindungen sind sehr hoch. Das betrifft vor allem das giftige Dibutylzinn (DBT), das üblicherweise als Katalysator eingesetzt wird. Aus dem Rahmen fällt das Probau Sanitär-Silikon mit einem enorm hohen Tributylzinn-Gehalt von knapp 2,5 Gramm pro Kilogramm.
Kein Produzent verzichtet auf eine fungizide Ausrüstung. In nur noch zwei Fällen wird Carbendazim eingesetzt, das im Verdacht steht, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend zu sein.
In den meisten Fällen wird ein Dichlorisothiazolinon eingesetzt, das zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen zählt und allergische Reaktionen auslösen kann.
Silikonfugenmassen sollten hauptsächlich aus Silikon bestehen. Denn dieser Dichtstoff ist elastisch und lange stabil. Die Testergebnisse zeigen, dass zwölf Hersteller das Material minderwertig gestreckt haben.