ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2008
In Deutschland haben Federkernmatratzen einen Marktanteil von rund 50 Prozent, im europäischen Ausland liegt er zum Teil darüber. ÖKO-TEST wollte wissen, welche Schadstoffe in Taschenfederkernmatratzen stecken und wie ihre Liegeeigenschaften sind. Dazu haben wir zwölf Produkte in verschiedenen Testlaboren untersuchen lassen.
Das Testergebnis
Das Gros ist Durchschnitt: Sieben Matratzen bekommen das Testurteil "befriedigend", nur drei erreichen eine "gute" Note. Diese zehn Produkte sind allerdings in puncto Inhaltsstoffe alle "sehr gut" oder "gut".
Nur drei Matratzen schlossen den Praxistest mit "gut" ab, drei Viertel wurden mit "befriedigend" bewertet. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie "elastisch" eine Matratze den Körper unterfängt, also die Wirbelsäule in Rücken- und Seitenlage möglichst entspannt lagert und das Körpergewebe vom Druck entlastet. Dazu müssen mehrere Funktionen zusammenspielen: die Feder-, Biege- und Punktelastizität, die Schulterzonenwirkung und die Unterstützung der Körperzonen.
Mit der Biegeelastizität beschreibt der Fachmann die Verformbarkeit einer Matratze. Sie ist dann besonders wichtig, wenn die Matratze auf einem Lattenrost liegt, dessen Kopf- und Fußteil verstellt werden kann. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Federkernmatratzen in diesem Punkt schwächer abschneiden als zum Beispiel Schaumstoffmatratzen.
Die Punktelastizität wiederum zeigt an, wie sich die Matratzenoberfläche auf die Druckentlastung auswirkt. Je punktelastischer eine Matratze den Körper unterstützt, desto niedriger ist der Druck auf das Körpergewebe: Das sorgt dafür, dass der Körper gut durchblutet werden kann und der Mensch ruhiger schläft, weil er den Körper nicht ständig umlagern muss.
Für die Liegequalität einer Matratze sind auch Schulterzonenentlastung und Körperzonenunterstützung wichtig. Die Schulter sollte in Seitenlage gut einsinken können, deshalb sollte eine Matratze in diesem Bereich weicher sein. Aber: In Rückenlage muss auch gewährleistet sein, dass die Schulter genügend gestützt wird.
Mit der Note zur Körperzonenunterstützung schließlich wird bewertet, wie gut sich eine Matratze der Wirbelsäule in Rückenlage anpasst und sie stützt.
Überrascht waren wir, als wir die Schadstoffergebnisse der Sultan-Hamnö-Matratze von Ikea erhielten. Das beauftragte Labor fand zum einen große Mengen phosphororganischer Verbindungen, die möglicherweise krebsauslösend sind. Zum anderen stecken in der Matratze stark erhöhte Mengen zinnorganischer Verbindungen.
So reagierten die Hersteller
Ikea hat die betroffenen Matratzen aus dem Verkauf genommen.
Die Firma Frankenstolz teilte mit, der Federkernlieferant habe "wohl aus Versehen eine Partie mit einem härteren Beckenbereich geliefert".
Diamona hält den Bezug für die Ursache der "befriedigenden" Ergebnisse bei der Biegeelastizität und der Schulterzonenunterstützung. In seltenen Fällen sei der Bezug unelastischer als üblich.