Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2008

Federbetten
Ab in die Federn!
 | Schlafen unter einer Daunendecke ist ein kuscheliges Vergnügen. Getrübt wird es durch die Unsitte vieler Produzenten, die Schlaftextilien mit umweltbelastenden optischen Aufhellern aufzuhübschen. |
Allein genommen ist sie ein Nichts: Sie wiegt nur 0,0025 bis 0,0045 Gramm, ist auf der Hand kaum zu spüren, und der leichteste Windhauch weht sie fort. Zusammen mit rund 1,6 Millionen Kolleginnen in eine Bettdecke verpackt, wird die Daune aber zum Multitalent mit Superqualitäten. Sie sorgt für wohlige Wärme, ist dabei leicht und flauschig und schmiegt sich perfekt an den Körper. Dazu ist sie saugfähig und nimmt die Feuchtigkeit auf, die der Körper im Schlaf ausdünstet. Ihre Eigenschaften behält die Daune auch dann, wenn man sie quetscht und zusammendrückt. Einmal aufgeschüttelt, ist sie schnell wieder in Form.
Unter Daunen versteht man das weiche Untergefieder, das vorwiegend von der Brust eines Vogels stammt. Federn bilden hingegen den äußeren Schutz und sind größer und schwerer. Im Duett spielen beide in der deutschen Schlafkultur eine Hauptrolle. "Wärme ohne Gewicht" nennt das Juliane Hedderich, Geschäfsführerin des Verbandes der Deutschen Daunen- und Federnindustrie (VDFI), in dem 24 Hersteller zusammengeschlossen sind.
Dabei gilt: Je höher der Daunenanteil, desto leichter wird die Decke. Welche Farbe das Gefieder hat, ist dabei völlig unwichtig. Graue Daunen und Federn sind ebenso gut wie weiße, die Hersteller bevorzugen heute aber die teureren weißen sowie die naturfarbenen.
ÖKO-TEST wollte wissen, ob und welche Schadstoffe in Daunenbetten stecken und ob die Etikettenangaben der Hersteller zum Füllmaterial auch stimmen. Dafür haben wir 14 Oberbetten mit einem Mischverhältnis von 90 Prozent Daunen und zehn Prozent Federn eingekauft, deren Füllmaterial in der Qualitätsstufe Klasse I rangiert.
Das Testergebnis
Wer gesund schlafen will, kann sich getrost in eine Daunendecke hüllen. Die meisten Produkte erhielten von uns die Bestnote "sehr gut".
Erfreulich: Alle Anbieter halten sich an ihre Etikettenangaben. Das gilt sowohl für die Zusammensetzung des Füllmaterials als auch für die Geflügelart.
In dem Concord Kassettenbett Puszta stecken halogenorganische Verbindungen, eine große Gruppe umstrittener Substanzen. Viele gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an.
Optische Aufheller fanden wir mit einer Ausnahme in allen Produkten. Da geweißte Produkte jedoch immer mit Bettwäsche bezogen werden und so beim Schlafen kein direkter Hautkontakt besteht, werten wir die optischen Aufheller nicht unter den Inhaltsstoffen, sondern als umweltbelastende Substanz unter Weitere Mängel ab.
In den vier Bettdecken Golden Dreams Daunenkassettendecke, Ribeco Excellence Luxus-Kassettenbett, Saison by Paradies Daunenbett Gabi und Selection Top stecken die Substanzen nur in Nähgarn, Etiketten und/oder im Einfassband. Noch besser macht es der Möbelgigant Ikea: Im Vergleich zu einem früheren Test verzichtet das schwedische Möbelhaus in seiner Decke Mysa Mera komplett auf optische Aufheller.
Allerdings fiel Mysa Mera wegen ihres geringen Füllgewichts von lediglich 540 Gramm auf, der mit Abstand niedrigste Wert unter allen getesteten Produkten. Ihr trotzdem hohes Gesamtgewicht von 1930 Gramm resultiert hauptsächlich aus zwei Lagen Stoff, mit denen das Füllmaterial ummantelt ist, sowie einem Polyesterfutter. Eine, wie ein Experte meinte, "ungewöhnliche Konstruktion", die nicht dem modernen Schlafkomfortbedürfnis nach leichten Decken entspricht. Außerdem dürfte das Modell wegen seines geringen Gefiedergehalts eine schlechtere Wärmedämmung besitzen als die anderen Testprodukte.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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