Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2008

Beißringe
KauKau
 | |
Seit Tagen fließt bei Emma der Speichel in Strömen. Kaum hat Claudia Stromberg ihrer Kleinen ein Halstuch umgebunden, ist es klatschnass. Kein Zweifel, die Tage, an denen Emma ihr umwerfendes, zahnloses Lächeln gezeigt hat, sind vorbei.
Bei den meisten Kindern zeigen sich die ersten weißen Spitzen etwa ab dem sechsten Monat. Bis sich alle 20 Milchzähnchen ihren Weg gebahnt haben, dauert es allerdings. Oft sind die Kinder drei Jahre alt, bis alle Beißerchen da sind: Zähnchen für Zähnchen drückt gegen das Zahnfleisch, das wird nach und nach immer dünner, bis die Zahnkronen schließlich durchstoßen.
Viele Babys sind beim Zahnen häufig unruhig und quengelig. Bei manchen geht es auch mit roten Bäckchen einher. Viele bekommen einen wunden Popo, andere leiden unter Fieber oder Durchfall. Allerdings werden manche Krankheiten dem Zahnen auch zu Unrecht zugeschrieben. Denn da die meisten Kleinkinder häufig krank sind, ist es durchaus möglich, dass eine Infektion und das Zahnen zusammenfallen. Dauern etwa Fieber oder Ohrenschmerzen länger als einen Tag an, empfiehlt es sich, den Rat eines Kinderarztes einzuholen.
Viele Eltern geben ihren Kindern zum Zahnen Beißringe in die Hand. Sie sollen das Zahnfleisch massieren und beruhigen und den Durchbruch der Zähne unterstützen. Das Angebot ist riesig: Einfache glatte Ringe sind ebenso zu haben wie mehrfarbige Teile mit Noppen, Spiel- oder Kühlelementen.
Uns interessierte, ob man Babys guten Gewissens Beißringe zum Herumkauen geben kann. Wir haben deshalb 21 Exemplare eingekauft und auf Schadstoffe untersuchen lassen, neben 19 konventionellen Kunststoffringen auch einen aus Silikon sowie einen Kühlstift.
Das Testergebnis
Etwa die Hälfte der untersuchten Beißringe sind "sehr gut" oder "gut", neun weitere Produkte schnitten zumindest mit "befriedigend" ab. Zwei fallen allerdings mit "mangelhaft" durch.
Acht Produkte enthalten erhöhte Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), bei einem Produkt waren sie sogar stark erhöht. Viele Stoffe aus dieser Gruppe gelten als krebserregend.
Vier Beißringe sind mit Nonylphenol und/oder Bisphenol A belastet. Nonylphenol kann in Kunststoffen als Teil der Stabilisatoren enthalten sein, Bisphenol A wird zur Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat eingesetzt. Beide Substanzen können auf das Hormonsystem wie ein Östrogen wirken.
Im Goldi Zahnungshilfe Beiss- und Kühlring wies das Testlabor die Phthalatweichmacher DEHP, DINP und DIDP nach. Nach einer Richtlinie des EU-Parlaments dürfen sie in Babyartikeln und Spielzeug aus Weich-PVC, die von Kindern in den Mund genommen werden können, nicht mehr enthalten sein. Die Toleranzgrenze von 0,1 Prozent, ab der das Produkt nicht mehr verkehrsfähig wäre, überschreitet der Beißring allerdings nicht.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Babynahrung, Getreidebreie:
Wir ziehen die ReisleineKinderwagen:
Erst wägen, dann Wagen!Muttermilchersatz, Anfangsnahrung:
Ins FettnäpfchenBabynahrung, Gläschenkost FleischbreieBabyschlafsäcke:
Sack niemals nieÜbergewicht bei Kindern:
Einmal dick, immer dick?Kinderbetreuung:
Gute Krippen gesuchtNachhilfe:
Wenn die Noten in den Keller gehen …Kinder und Tiere:
Zum Geburtstag ein Hund?Heiß umkämpfte Zielgruppe:
Kinder und die WerbungLeserfrage: Schmerzmittel bei KaiserschnittLeserfrage: Allein zu Haus - erst ab SchulalterLeserfrage: Umgang mit fremden HundenLeserfrage: Schiefer ZahnLeserfrage: Möhrensuppe gegen Durchfall Kinder / Baby / Familie
Online-Service für Abonnenten - ANZEIGE -
News
Furcht vor Modediagnose: DMDD steht für Disruptive Mood Dysregulation Disorder und beschreibt eine psychische Störung bei Kindern. Die neigen zu starken Wutausbrüchen, sind aber auch verschlossen.
» News lesenNach der Veröffentlichung der ÖKO-TEST-Untersuchung von Wickelauflagen bietet Ikea den Kunden die Rücknahme der Gullunge Wickelauflage gegen Erstattung des Kaufpreises an.
» News lesenMit www.junior-ranger.de können Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren virtuell auf Reisen durch Biosphärenreservate und Naturparks gehen.
» News lesenAnton Binderberger - Schaffelle - Label auf nicht untersuchten Produkten.
» News lesenBluttropfen aus der Ferse: Ein neuer Test kann schon bei Neugeborenen vorhersehen, wie hoch deren Risiko ist, später einmal an Diabetes Typ 1 zu erkranken.
» News lesenwww.dein-deal.com - Domaro Babytrage - falsches Testergebnis.
» News lesenwww.urbia.de - Domaro Babytrage - falsches Testergebnis.
» News lesenwww.sparen-im-netz.de - Domaro CarriBoi Bauchtrage - falsches Testergebnis.
» News lesen » mehr News anzeigen Aktuelle Themen

Kinderwagen - Wir haben zehn Kombikinderwagen für den Transport vom Säugling bis zum Kleinkind ins Labor und auf den Prüfstand geschickt.
» Artikel lesen 
Schulranzen - Wir haben acht Schulranzen von bekannten Markenherstellern ins Labor geschickt. Darunter auch den School-Mood von Fredy Zwenger aus dem Waldorfshop und den von Leder Wolf als "Bio-Schultasche" beworbenen Anfängerranzen aus Baumwolle.
» Artikel lesen 
Babyschlafsäcke - Wir haben 14 Babyschlafsäcke ins Labor geschickt. Worauf wir bei diesem Test geachtet haben, können Sie hier nachlesen.
» Artikel lesen 
Hausaufgabe - Hausaufgaben sind ein Stoff, der in so mancher Familie zum Drama wird. Wie finden Eltern heute das richtige Maß an Zurückhaltung einerseits und Unterstützung andererseits? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
» Artikel lesen » mehr Themen anzeigen