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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2008
TestMineralwasser, Säuglingsnahrung
Wasser marsch
Mineralwasser, Säuglingsnahrung



Wenn es um Schadstoffe geht, sind Säuglinge und Kinder besonders gefährdet. Auf den kleinen Körper haben die gleichen Mengen viel größeren Einfluss. Und weil Kinder noch wachsen, lagern sich Stoffe in größeren Mengen in den Knochen ein als bei Erwachsenen.

Deshalb gibt es für die ganz Kleinen spezielle Mineralwässer. Den Hinweis "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" können Anbieter aber nur dann auf das Flaschenetikett drucken, wenn bestimmte Grenzwerte eingehalten werden. Seit Dezember 2006 gibt es endlich auch einen Grenzwert für Uran: Mineralwasser für Säuglingsnahrung darf höchstens 2 µg/l davon enthalten.

Wir haben 36 Proben, 35 natürliche Mineralwässer und ein Tafelwasser, auf gesundheitsschädliche Stoffe, darunter Uran, testen lassen. Zudem ließen wir überprüfen, ob die Wässer ohne Kohlensäure mikrobiologisch in Ordnung sind. Alle Testprodukte sind als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" ausgelobt.

Das Testergebnis

An den meisten Wässern haben wir nichts auszusetzen: 32 der 36 untersuchten Marken schneiden mit "sehr gut" ab. Die vier anderen Wässer sind nur "befriedigend", weil sie bedenkliche Schwermetalle enthalten oder erhöhte Keimzahlen aufweisen.

Mehr als 50 Prozent des Urangrenzwertes enthält das Wasser Krumbach Naturell Pur ohne Kohlensäure, in dem das Labor 1,75 µg/l Uran nachwies. Das gibt zwei Punkte Abzug. Die beiden Wässer Finkenbach Quelle medium, natriumarm und Heerbach Mineralbrunnen Still enthalten mehr als die Hälfte des Arsengrenzwerts von 5 µg/l, was ebenfalls zwei Minuspunkte gibt.

Weitere gesundheitsgefährdende Stoffe wie Mangan, Nitrit oder Nitrat waren in den Wässern - wenn überhaupt - nur in Spuren enthalten. Die Gesamtfolgedosis - das Maß für die radioaktive Belastung - für einen bis zu einjährigen Säugling liegt bei allen Wässern unter 100 Mikrosievert pro Jahr und ist damit bei keinem Produkt zu beanstanden.

Das Wasser Fortis stille Quelle Naturell enthält zwar - wie alle anderen mikrobiologisch untersuchten Wässer - keine krank machenden Bakterien. Dennoch fällt das Wasser durch erhöhte Keimzahlen auf: Die Werte, die die Mineral- und Tafelwasserverordnung vorschreibt - allerdings für eine Probennahme zwölf Stunden nach der Abfüllung, was hier nicht der Fall war -, wurden in unserer Untersuchung um ein Vielfaches überschritten. Das deutet darauf hin, dass in dem Produkt auch andere Keime als typische Wasserkeime enthalten sind. In einer ungeöffneten Mineralwasserflasche vermehren sich Bakterien zwar nicht bis ins Unendliche. Dennoch werten wir hier um zwei Stufen ab, weil Wasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung keimärmer sein sollte - schließlich wird es nicht unbedingt abgekocht.

Alle Wässer liegen weit unter dem Fluoridgrenzwert von 0,7 mg/l. Mineralwasser mit mehr als 1,5 mg/l Fluorid ist für Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet und muss einen entsprechenden Warnhinweis tragen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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