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ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit für 2008
TestKnoblauchpräparate
Das gibt Knöllchen
Knoblauchpräparate



Arterien- und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und ihre Folgekrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind in der westlichen Welt immer noch die häufigste Todesursache. Anders sieht es bei Bevölkerungen aus, die traditionell viel Knoblauch verzehren. Sie sind deutlich seltener von den Folgen verkalkter Gefäße betroffen.

Knoblauchhaltige Arzneimittel nennen daher in der Regel als Anwendungsgebiet die Vorbeugung vor allgemeiner Arterien- und Gefäßverkalkung. Obgleich Arteriosklerose zum normalen Alterungsprozess gehört, beschleunigen etwa Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und Übergewicht die zunehmende Verengung der Gefäße. Dem soll die Knolle aus der Familie der Liliengewächse entgegenwirken, indem sie den Cholesterinspiegel senkt, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzt und damit dessen Fließgeschwindigkeit verbessert und außerdem einen erhöhten Blutdruck vermindert.

Wir haben geprüft, was an den Knoblauchdragees, -kapseln, -tabletten und -säften wirklich dran ist und haben 17 Produkte - allesamt Monopräparate ohne weitere Wirkstoffe - eingekauft, ins Labor geschickt und begutachten lassen.

Das Testergebnis

Nicht einmal die Hälfte aller Produkte erreicht gerade noch ein "ausreichendes" Gesamturteil, der Rest ist "mangelhaft".

Größter Kritikpunkt ist die nur wenig überzeugende bis gar nicht nachgewiesene Wirksamkeit der Knoblauchmedikamente. Epidemiologische Untersuchungen haben zwar gezeigt, dass Menschen aus Regionen, in denen viel Knoblauch auf den Tisch kommt, seltener an Arteriosklerose leiden. Doch bislang gibt es keine Untersuchungen, ob auch die Einnahme von Knoblauchpillen oder -säften die Herzinfarkt- oder Schlaganfallrate senkt. Bereits in den 1999 von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft verfassten Empfehlungen zur Therapie von Stoffwechselstörungen ist zum Thema Knoblauchpräparate zu lesen: "Daten zu klinischen Endpunkten fehlen." Daran hat sich bis heute nichts geändert.

In einer im Jahre 2004 veröffentlichten Arbeit im British Journal of Nutrition sehen die Autoren für Knoblauchpulver weder eine lipid- noch eine blutdrucksenkende Wirkung. Wissenschaftler an der Universität in Exeter, Großbritannien, fanden nach Auswertung von verschiedenen Studien zwar, dass Knoblauch einem Scheinmedikament hinsichtlich der Senkung des Gesamtcholesterins überlegen ist. Im gleichen Atemzug betonen sie jedoch den nur mäßigen Effekt und die geringe Belastbarkeit der Daten.

Als bedenklicher Hilfsstoff steckt Dibutylphthalat in den Strongus Knoblauch-Kapseln.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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