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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2008
TestKinderwurst
Der Keime Wahnsinn
Kinderwurst



Spezielle Kinderlebensmittel sind überflüssig - selbst für Kleinkinder, sagen Experten wie die Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Trotzdem werden immer mehr solcher Produkte hergestellt. Eines der ersten Kinderwurstprodukte war die Bärchenwurst, die die Firma Reinert 1998 einführte. Heute gibt es bei den Discountern wie Aldi oder Lidl sogar ein eigenes Wurstsortiment für Kids.

Wir wollten wissen, was an Wurstprodukten für Kinder - erkennbar an ihrer kindergerechten Bezeichnung und/oder Verpackung - dran ist. Für den Test kauften wir aus dem Wurstsortiment für Kids neun Marken Mortadella und ähnlichen Brühwurstaufschnitt ein. Die Labore haben alle Marken auf Keimbelastung, Wurstqualität sowie bedenkliche Inhaltsstoffe getestet.

Das Testergebnis

Die mikrobiologische Qualität testeten wir an je drei Proben der jeweiligen Marken. Alle drei Proben der Kindermortadella von Lidl und Real enthielten erhöhte Keimzahlen zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Dafür gab es Punktabzug. Eine erhöhte Gesamtkeimzahl und/oder erhöhte Belastung mit Milchsäurebakterien mit einer milchsäuerlichen oder säuerlichen Note in der Sensorik ist ein Zeichen für beginnende Verderbnis.

Alarmiert durch unsere mikrobiologischen Befunde, legten uns die Hersteller umfangreiche Gutachten vor. Diese zeigen unter anderem, dass selbst dann erhöhte Keimzahlen in den Rückstellmustern der Produkte auftreten können, wenn die Hersteller das Produkt bis zum Ende des MHD unter optimalen Bedingungen lagern.

Kein Hersteller bzw. Laden kann durchgehend einwandfreie Qualität garantieren. So wiesen jeweils eine Probe der Kinderwurst von Aldi Nord, Wolf und Reinert ebenfalls eine erhöhte Keimbelastung auf, die sich insgesamt jedoch nicht auf das Gesamturteil auswirkt.

Die Ursache für erhöhte Keimzahlen kann schon in der Produktion liegen, denn es gibt immer undichte Verpackungen (Luftzieher), die nicht erkannt werden. Eine weitere Erklärung lieferte uns die Firma Böklunder. Sie teilte uns im Gespräch bemerkenswert ehrlich mit, dass der Handel - weil die Verbraucher es so wollen - sehr lange Restlaufzeiten verlange: Wenn die Wurst im Handel ankommt, muss sie noch 21 Tage haltbar sein. Am Ende des MHD ist sie dann vier Wochen alt, da die Hersteller für Produktion, Verpacken sowie Vertrieb fünf bis sieben Tage benötigen. Zum dritten kommt hinzu, dass die Kühlkette im Handel nicht immer eingehalten wird und/oder die Verpackungen beim Einräumen in die Kühltheke beschädigt werden, sodass Keime eindringen können.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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