Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 6: 2007
In wenigen Stunden richtete der Sturm Kyrill in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 in Deutschland rund zwei Millionen Schäden an. Noch längst sind nicht alle Zerstörungen behoben, die der Megaorkan verursachte. Die Schäden werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf insgesamt zwei Milliarden Euro beziffert. Vor allem betroffen: Hausbesitzer. Nicht nur Dächer wurden abgedeckt. Oft fielen Bäume in die Häuser, teils müssen sie abgerissen werden.
Neben Stürmen sorgen Brände für Totalschäden. Zu rund 230.000 privaten Hausbränden rückt die Feuerwehr jährlich aus. "Selbst wenn keine tragenden Teile betroffen sind und nur ein Zimmer saniert werden muss, kann das schon Kosten von mehr als 15.000 Euro mit sich bringen", so Beate Jansen, öffentlich bestellte Brandgutachterin aus Ulm. Da spielt die Qualität der Versicherung eine wichtige Rolle.
Die Wohngebäudeversicherung schütztvor allem vor Schäden durch Feuer, Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag oder Explosion und Leitungswasser. Versichert ist nicht nur das Gebäude, sondern alle mit ihm fest verbundenen Gegenstände, von der Außenmarkise bis zu den Tapeten oder den Teppichböden. Auch Nebengebäude auf dem gleichen Grundstück können in den Schutz einbezogen werden.
Nicht automatisch mitversichert sind Elementarschäden, die durch Überschwemmung, Erdrutsch, Erdbeben oder sintflutartige Regengüsse entstehen. Dabei kann das verrückte Wetter teuer werden - Kyrill ist das beste Beispiel. Wollen Hausbesitzer die Elementarschadenlücke stopfen, kostet die Versicherung zusätzlich einen Aufschlag, der je nach Risikolage bis 35 Prozent der Jahresprämie ausmachen kann.
Nach Schätzung des GDV können rund 95 Prozent aller Wohngebäudebesitzer den zusätzlichen Elementarschutz abschließen. Die übrigen rund fünf Prozent sind unversicherbar. Sie liegen meist in einer besonderen Risikozone, beispielsweise direkt an einem Fluss.