Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 6: 2007
Vom Ladenhüter zum Verkaufsschlager: Zwei Jahre nach ihrer Einführung kommt das Geschäft mit der Rürup-Rente endlich in Fahrt. 400.000 Verträge hat die Versicherungswirtschaft mittlerweile verkauft, davon 117.000 allein im ersten Halbjahr 2007.
Der neue Run hat seinen Grund. Anders als bei der Riester-Rente fördert der Staat das Vorsorgesparen bei der Rürup-Rente nicht mit Zulagen, sondern mit Steuervorteilen. Die Beiträge können - neben den Aufwendungen für die gesetzliche Rente - bis zum Höchstbetrag von 20.000 Euro für Singles und 40.000 Euro für Ehepaare als Sonderausgaben bei der Steuererklärung abgesetzt werden.
Aktuell erkennt das Finanzamt 64 Prozent davon steuermindernd an. Bis zum Jahr 2025 steigt der Anteil auf 100 Prozent. Das macht die Rürup-Rente vor allem für Selbstständige und Freiberufler mit hohem Einkommen attraktiv. Profitabel sind Rürup-Verträge aber auch für ältere Arbeitnehmer mit hohem Verdienst. Sie zahlen am besten kurz vor Rentenbeginn einen Einmalbeitrag ein, senken damit ihre Steuerlast und schließen noch vorhandene Versorgungslücken.
Die Vorteile dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Rürup-Rente nicht für jeden eignet. So ist das Angesparte mindestens bis zum 60. Lebensjahr des Vorsorgesparers unantastbar. Die Police kann weder beliehen noch verschenkt, verkauft, vererbt oder verpfändet werden. Auch bei Auszahlungsbeginn kann das Kapital nicht auf einen Schlag abgerufen werden. Der Vertrag wird ausschließlich in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt. Und falls der Versicherte stirbt, sind die Beiträge oder das restliche Kapital verloren - zumindest wenn keine Zusatzvereinbarungen getroffen sind.
Denn konzipiert ist die Rürup-Rente als lupenreine Rentenpolice. Weil solche Produkte schwer verkäuflich und eigentlich nur für eingefleischte Singles geeignet sind, kann die Rürup-Rente bei den meisten Anbietern mit einer Hinterbliebenenabsicherung kombiniert werden.