Testberichte aus dem Archiv

Shampoos für feines Haar
Nur nicht schlapp machen!
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Samstagmorgen, Viertel nach zehn. Im Wiesbadener Friseurladen Kurzurlaub herrscht Hochbetrieb. Alle Stühle sind besetzt, drei Föhne surren gleichzeitig, die Espressomaschine läuft nonstop. Zwischen eine ältere Dame mit Lockenwicklern und eine braungebrannte Mittvierzigerin, die gerade Strähnchen bekommt, hat sich eine neue Kundin gesetzt: "Ich komme mit meinen Haaren einfach nicht klar", stöhnt sie, "meist liegen sie kurz nach dem Waschen und Föhnen schon wieder platt am Kopf."
Arnd Kresse kennt das Problem - und kann die Frau erst einmal beruhigen. Denn in den 18 Jahren, in denen er als Friseur arbeitet, hat er häufig erlebt, dass seine Kunden zwar glauben, sie hätten feine Haare. "Tatsächlich sind die Haare oft aber gar nicht besonders dünn, sondern schlicht ‚überpflegt'." Das heißt, sie wurden durch Shampoos und Kuren mit zu vielen Pflegestoffen so stark beschwert, dass sie nur noch schlaff herunterhängen.
Erfahrene Friseure greifen deshalb zunächst in den Schopf ihrer Kunden und fühlen, mit welcher Haarstärke diese gesegnet - oder geschlagen - sind. Doch egal, ob überpflegt oder tatsächlich dünn: Von Produkten für trockenes oder strapaziertes Haar rät Arnd Kresse allen ab, deren Frisur keine Standkraft hat. Für sie sind Shampoos für feines Haar die bessere Wahl, da bei ihnen die Reinigungs- und Pflegestoffe sparsamer dosiert sind. Allzu viel sollte man allerdings von einem Shampoo, das nur kurz im Haar bleibt, nicht erwarten. "Es ist in erster Linie dazu da, die Haare zu reinigen", betont Arnd Kresse. Sein Tipp für einen fülligeren Schopf: "Auf eine gesunde Ernährung achten, viel trinken und durch das Styling für mehr Volumen sorgen."
Auch mit der geeigneten Frisur kann man mehr Fülle zaubern. Stufenschnitte, ein kinnlanger Bob oder ein glatter Pagenkopf eignen sich besonders gut. "Wer feines Haar höchstens schulterlang trägt und die Haarspitzen regelmäßig nachschneiden lässt, verhindert, dass sie ausfransen und dadurch dünner wirken", so der Friseur.
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